• Mediengipfel M100 in Potsdam: Digitales Treffen, analoge Preisgala

Mediengipfel M100 in Potsdam : Digitales Treffen, analoge Preisgala

Die internationale Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium findet erstmals digital statt. Thema sind die Folgen der Coronakrise für Journalismus und Demokratie in Europa.

Im Orangerieschloss von Sanssouci findet die Preisverleihung statt.
Im Orangerieschloss von Sanssouci findet die Preisverleihung statt.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Das Medientreffen M100 findet in diesem Jahr erstmals digital statt. Unter dem Titel "Neustart: Shaping the Post-Covid Media Order" diskutieren am 17. September Chefredakteurinnen und Chefredakteure, Politiker und Politikerinnen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die Folgen der Coronakrise auf den Journalismus, die Medienfreiheit und die Demokratie in Europa. Das teilten die Veranstalter am Dienstag mit. In der Konferenz solle eine erste Bilanz zur Rolle und Leistung des Journalismus während der Pandemie gezogen werden. Vor allem gehe es um die Frage, welche Öffentlichkeiten unsere Gesellschaften in Zukunft prägen werden - und was wir heute dafür tun können, diese zu gestalten. Die digitale Konferenz wird demnach aus der Villa Arnim in der Weinbergstraße koordiniert. Zum Abschluss der Konferenz wird der M100 Media Award im Raffaelsaal des Orangerieschlosses im Park Sanssouci verliehen - unter Einhaltung aller Hygieneregelungen. Die Gala soll live auf der Videoplattform YouTube übertragen werden. Zudem wird es wie in den Vorjahren einen Workshop für Nachwuchsjournalisten geben, wie die Veranstalter mitteilten.

Erwartet werden unter anderem Timothy Gordon Ash, Tanit Koch, Rupert Polenz und Marina Weisband

Gerade angesichts der Ungewissheit rund um Corona sei das Medientreffen als Debatte für Medienfreiheit und Demokratie wichtig, wird der Vorsitzende des M100-Beirats, Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD), zitiert. Covid 19 markiere eine historische Zäsur, sagt Beiratsmitglied Leonard Novy  vom Institut für Medien- und Kommunikationspolitik: "Ein ‚Weiter so‘ - so viel ist gewiss - wird es nicht geben."
Die Konferenz wird vom Brandenburger Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) und Oberbürgermeister Schubert eröffnet. Zu den Teilnehmern zählen den Angaben zufolge Timothy Garton Ash, Professor für Europäische Studien an der Oxford University, der US-amerikanische Aktivist und Journalist Cory Doctorow, die russisch-US-amerikanische Autorin Masha Gessen und Tanit Koch, die Chefredakteurin der Zentralredaktion der Mediengruppe RTL, der ehemalige CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz und die Publizistin und ehemalige Piraten-Politikerin Marina Weisband.

Bundesweite Unterstützung

M100 ist eine Initiative des Vereins Potsdam Media International, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medien- und Kommunikationspolitik stattfindet und von der Stadt Potsdam hauptfinanziert wird. Weitere Förderer sind das Medienboard Berlin-Brandenburg, National Endowment for Democracy (NED), die Friedrich-Naumann-Stiftung, das Auswärtige Amt, das Bundespresseamt und das Land Brandenburg. Kooperationspartner sind die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Reporter ohne Grenzen (RoG) und der Verband Deutscher Zeitungsverleger (VDZ). Sponsor ist medienlabor.

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