• Überraschung bei Restauration von altem Potsdam-Gemälde

Maler kannte Potsdam vermutlich nicht : Großformatiges Potsdam-Gemälde vom Schmutz befreit

Erfolgreiche Spendenkampagne: Ölgemälde mit seltener Perspektive von Potsdam ist fertig restauriert. Es gab eine Überraschung.

Besonderer Blick. Die Potsdam-Vedute ist fertig restauriert.
Besonderer Blick. Die Potsdam-Vedute ist fertig restauriert.Foto: FV Potsdam Museum

Potsdam - Was für ein Unterschied – wasserblau und leicht der Himmel, der vorher düster drückte, der Rasen saftig und fast unwirklich frisch und grün. Freundlich und beinahe zu neu sieht das Gemälde von 1890 heute aus, das im Juni 2020 ziemlich verschmutzt zu Restaurator Oliver Wenske kam. Die Potsdam-Vedute eines unbekannten Malers hatte der Förderverein des Potsdam Museums für das Museum erworben. Jetzt konnte es restauriert werden. Ermöglicht wurden Ankauf und Restaurierung durch die Unterstützung von 27 Potsdamerinnen und Potsdamern, die dafür mehr als 3000 Euro an den Förderverein spendeten. „Wir freuen uns, dass uns unsere privaten Sponsoren trotz Corona die Treue halten“, sagt Markus Wicke. Vorsitzender des Fördervereins.

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Das 110 mal 80 Zentimeter große Gemälde ist trotz seiner ungeklärten Provenienz etwas besonderes. Es zeigt eine eher seltene Perspektive, weil der Betrachter von Babelsberger Seite über die Havel auf die Stadt blickt. Und schließlich erzählt es Stadtgeschichte – wenngleich es jetzt eine Überraschung gab. „Wir vermuten, dass der unbekannte Künstler Potsdam nicht kannte und daher die als Vorlage dienende Lithografie in architektonischen Details uminterpretierte“, so der Restaurator. Um das Bild wieder zum Leuchten zu bringen, hatte er gut zu tun. „Das Gemälde verbarg sich unter einem stark gegilbten Firnis sowie einer Vielzahl alter Übermalungen“, so Wenske. Das Ölbild ergänzt nun die Veduten-Sammlung des Museums und soll ab 2022 ausgestellt werden. 

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