• LSBTIQ-Förderung in Brandenburg: Transmenschen besser unterstützen

LSBTIQ-Förderung in Brandenburg : Transmenschen besser unterstützen

Brandenburgs Sozialministerium will Beratung für Kinder und Jugendliche und Angebote im ländlichen Raum ausbauen.

Anna Kristina Bückmann
Das Land will Beratungsangebote für Transmenschen noch stärker unterstützen.
Das Land will Beratungsangebote für Transmenschen noch stärker unterstützen.Foto: Ottmar Winter PNN

Potsdam - Selbsthilfe, Beratung, Begleitung: Um Transmenschen besser zu unterstützen, fördert das Sozialministerium Brandenburg ein Netzwerktreffen von Akteuren aus der Szene mit 10 000 Euro. Ziel des Treffens sei es, möglichst zielgenaue Selbsthilfe-, Beratungs- und Begleitangebote im Land sicherzustellen und bedarfsgerecht zu erweitern, teilte das brandenburgische Sozialministerium am Sonntag mit. Das Geld stammt aus Lottomitteln.

Das Ministerium nutzte für das Netzwerktreffen den Begriff „trans*“. Er stehe für Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht dem ihnen bei ihrer Geburt zugewiesenen Geschlecht entspricht, deren Geschlechtsempfinden nicht innerhalb einer binären Frau-Mann-Geschlechterordnung verankert ist (nicht-binär) oder die sich keine eindeutige Geschlechtszuordnung wünschen (männlich, weiblich, divers).

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In den vergangenen Jahren habe sich vor allem ein hoher Beratungsbedarf im Bereich von Kindern und Jugendlichen entwickelt, hieß es. Daher soll mit dem Geld auch eine Selbsthilfegruppe für Jugendliche eingerichtet werden. Es sei ihr „ein Herzensanliegen“, so Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne), dass gerade Kinder und Jugendliche in Brandenburg frei von Diskriminierung aufwachsen könnten. „Indem wir die Beratung und Selbsthilfe stärken, bauen wir Vorurteile und Unkenntnis in der Bevölkerung ab.“

Brandenburgs Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne): „Ein Herzensanliegen.“
Brandenburgs Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne): „Ein Herzensanliegen.“Foto: Andreas Klaer

Auch Fragen zur sozialen, körperlichen oder juristischen Angleichung, um die eigene Geschlechtsidentität auszudrücken, benötigten eine gute, fachliche Beratung. Bislang fehle es an solchen Beratungsstrukturen und Schutzräumen in Brandenburg – vor allem im ländlichen Raum.

Mit dem Projekt würden nun ganz gezielt die Strukturen gestärkt, um Personen, die sich mit einem anderen als dem ihnen bei der Geburt zugeschriebenen Geschlecht zugehörig fühlen, auf ihrem Weg zu unterstützen, so Nonnemacher. Projektträger ist der Aufklärungs- und Beratungsverein Katte – Kommunale Arbeitsgemeinschaft Tolerantes Brandenburg.

Service

Nachdem am Wochenende bereits tausende Menschen in Berlin an Christopher-Street-Day-Demonstrationen teilgenommen haben, planen CSD-Gruppen in Brandenburg ebenfalls über den Sommer mehrere Aktionen, um auf Belange der queeren Minderheit aufmerksam zu machen sowie für mehr Akzeptanz und Toleranz zu kämpfen. So plant die Gruppe „Regenbogen Potsdam“, ein Zusammenschluss queerer Menschen in der brandenburgischen Landeshauptstadt am Samstag, dem 10. Juli eine Regenbogen-Fahrrad-Demo in der Stadt. Für den 12. September um 13 Uhr ist eine CSD-Demonstration angekündigt, im Anschluss soll ab 15 Uhr erstmals ein Oranjeday stattfinden, ein Straßenfest und CSD-Dinner und Kulturangeboten.

Schon 2019 kritisierte die queere Aktivistin Petra Weitzel, das ungenügende Beratungs- und Hilfsangebot für Trans-Menschen in Brandenburg: Zwar gebe es in der brandenburgischen Landeshauptstadt „Selbsthilfeangebote und Gruppen im Bereich Lesbisch Schwul Bi Trans Inter Queer, kurz LSBTIQ“, so Weitzel, die erste Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität ist. „Im Land Brandenburg ist das Angebot jedoch überschaubar.“ Zudem seien therapeutische und medizinische Angebote sehr dünn gesät. Oft müssten weite Wege in Kauf genommen werden. „Das bedeutet für Menschen in der Transition und mit niedrigem Einkommen eine unüberwindbare Barriere“, so Weitzel.

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