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Lennésche Feldflur in Bornim : Schönere Schilder

Das Wege- und Informationssystem der Lennéschen Feldflur wurde für 33 000 Euro erneuert. Die 2001 aufgestellten Schilder waren teils komplett zerstört

Anne-Kathrin Fischer
Mehr Orientierung. In der Bornimer Feldflur stehen neue Schilder.
Mehr Orientierung. In der Bornimer Feldflur stehen neue Schilder.Foto: S. Gabsch

Zuletzt wurden die Hinweisschilder und Infotafeln ihren Namen nicht mehr gerecht: „Sie waren so mit Graffiti beschmiert, dass man sie nicht mehr lesen konnte, oder komplett verschwunden“, sagt Ulrike Riebau, die als Sachbearbeiterin Ländlicher Raum im Umweltamt der Stadt tätig ist. Jetzt steht sie vor einem Schild, das über den Persiusturm informiert und blitzblank in der Sonne glänzt. Am gestrigen Mittwoch lud die Stadt zur offiziellen Einweihung der neuen Schilder des Wege- und Informationssystems in der Bornimer Feldflur. Insgesamt 30 Pultschilder an wichtigen Eingängen und Kreuzungen und 15 Informationstafeln an besonderen Standorten wurden komplett ausgetauscht. Sie machen Potsdamern und Touristen das Zurechtfinden in dem 900 Hektar großen Gebiet einfacher.

1844 wurde die Lennésche Feldflur – so wird das Areal zwischen Kirschallee und Bahnlinie, Sacrow-Paretzer Kanal und Potsdamer Straße auch genannt – von dem berühmten Gartenarchitekten Peter Lenné neu gestaltet. Und zwar nach landwirtschaftlich sinnvollen Gesichtspunkten, erklärte Lars Schmäh, Bereichsleiter Umwelt und Natur, anlässlich der Einweihung. So wurden beispielsweise Hecken an den Feldgrenzen angelegt, um die Ernte vor Winderosion zu schützen. Inmitten der Flur befand sich das Mustergut – der Persiusturm ist das noch erhaltene historische Überbleibsel dieser landwirtschaftlichen Anlage.

1996 und 2005 wurden 21 Kilometer Wege in der Bornimer Feldflur in Anlehnung an Lennés historische Pläne neu gestaltet. „Es ist deutschlandweit die einzige Musterfläche aus dem 19. Jahrhundert, die erhalten ist“, erzählt Schmäh nicht nur den Pressevertretern, sondern auch einigen Radlern, die interessiert dazu gestoßen sind. Hierzu wurden Alleen, Baumreihen und Gehölzpflanzungen neu angelegt sowie drei Durchlässe am Tyroler Graben erneuert. Damals belief sich die Investitionssumme auf etwa fünf Millionen Euro, sagt Schmäh. 90 Prozent davon kamen aus EU- und Ländermitteln. Die Stadt bekenne sich trotz fehlenden Bauraums stets zu der einzigartigen Landschaft und ihrem Schutz. Ein zentraler Punkt der Flur, der gerade dieser Tage viele Besucher anlockt, ist der historische Obstgarten der ehemaligen Domäne Bornim nahe dem Persiusturm. Von dem Turm aus wurden früher die Arbeiten im Obstgarten bewacht, heute beherbergt er eine Mobilfunkstation. Zurzeit können auf der beliebten Streuobstwiese alte Äpfel- und Birnensorten probiert werden.

1999 und 2000 wurden die Tafeln erstmals in Vorbereitung auf die Bundesgartenschau aufgestellt. Ihre Erneuerung hat nun 33 000 Euro gekostet. Die neuen Tafeln sind mit einem Material beschichtet, das sich für Graffiti-Sprayer nur leidlich eignet und sich im Bedarfsfalle leichter reinigen lässt. „Wir appellieren an die Leute, die Vandalismus bemerken, diese Personen anzusprechen“, sagt Schmäh. Seine Kollegin Riebau kann nicht nur über Vandalismus den Kopf schütteln: Auch Autofahrer halten sich nicht immer an das Durchfahrverbot in dem teilweise denkmalgeschützten Gebiet. „Es wurden sogar Poller rausgerissen.“ Anne-Kathrin Fischer

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