• Leitbilder in Serie: Das letzte Themenforum "Die wachsende Stadt"

Leitbilder in Serie : Das letzte Themenforum "Die wachsende Stadt"

Bei der letzten Runde der Themenkonferenzen für das neue Leitbild ging es um "Die wachsende Stadt". Sie waren nicht dabei? Kein Problem, wir haben hier die wichtigsten Punkte des Abends.

Rita Orschiedt

Wie soll sich Potsdam in den nächsten zehn Jahren entwickeln? Damit beschäftigen sich Bürger und Stadt im Rahmen der Leitbilddiskussion „Potsdam weiterdenken“. Am Dienstagabend fand dazu das letzte von insgesamt fünf Themenforen im Beteiligungszelt auf der Freundschaftsinsel statt. Das Motto war „die wachsende Stadt“.

Die Schwerpunkte der Foren wurden auf Grundlage von mehr als 2000 eingesandten Bürgervorschlägen festgelegt. Im November soll als Ergebnis ein Leitbild für Potsdam vorliegen. Die PNN haben alle Foren begleitet und jeweils anhand eines Fragenkatalogs Einblick in die Geschehnisse gegeben.

Wie verlief der Abend?

Beginn pünktlich um 18 Uhr mit den Worten „die Presse notiert die Startzeit, wir fangen an“, Ende um 20.35 Uhr. Zu Beginn wurde wie immer ein kurzer Audiobeitrag abgespielt, der die bisherige Leitbilddiskussion zusammenfasste. Einige Teilnehmer bewegten die Lippen schon synchron mit. Kurzweilige Fragerunde mit den Beigeordneten Burkhard Exner und Matthias Klipp, letzterer blieb bis zum Ende, ersterer verschwand spurlos. Hauptmoderation: Hathumar Drost.

Wie viele Potsdamer nahmen teil?

Absoluter Rekord von mehr als 60 Teilnehmern. Den Altersdurchschnitt senkten: zwei Studierende. Den Altersdurchschnitt glichen wieder aus: zehn Senioren. Zum Abschluss noch einmal ein reges Sammelsurium aus Engagierten, Stadtvertretern, Pflichtbesuchern und Wiederholungstätern.

Was wurde diskutiert?

Die Teilnehmer konnten aus den Thementischen Wohnen, Mobilität, Freiräume und Lebendigkeit wählen. Der Tisch Bürgerkommune entfiel zugunsten der Lebendigkeit. Noch vitaler ging es nur am Tisch Mobilität zu, dem Herr Klipp und satte 28 Teilnehmer beiwohnten. Die erste Eskalation ließ keine fünf Minuten auf sich warten. Es ging um Verkehrsaufkommen.

Gab es interessante Inhalte?

Bauen: Ein Architekt forderte mehr Transparenz bei Bauvorhaben und deutete auf die hohen Provisionen hin. Wohnen: Ältere wollen mit Jüngeren in gemeinschaftlichen Wohnformen wohnen. Andersrum hält sich die Begeisterung in Grenzen. Mobilität: Wie mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen aufgrund von Neubauten in der Heinrich-Mann-Allee umgegangen wird? Man kümmere sich darum. Lebendigkeit: Bei kulturellen Angeboten für junge Leute ist der Preis oft nicht angemessen.

Die beste Publikumsfrage

Wie definiert sich Durchgangsverkehr? (Antwort: Bei den 5 bis 6 Prozent Durchgangsverkehr werden die Potsdamer, die die Stadt mit dem Auto durchqueren müssen, nicht mitgezählt.)

Wie finden Gäste die Themenkonferenz?

„Wir hätten uns ein konkreteres Thema als ’Lebendigkeit’ gewünscht. Schade war auch, dass kaum junge Leute da waren. Die Studierenden wurden im Vorfeld nicht angeworben“, sagten die Studenten Paavo Günther und Cordula Haupt.

Lacher des Abends

Beim Abschlussforum gab Klipp selbstironisch zu, er habe sich anfangs zu Diskussionen hinreißen lassen, bevor er gut daran tat sich in die beobachtende Position zu begeben. Damit spielte er auf die anfänglichen Schlagabtausche an, zeigte sich aber „über die Intensität der Diskussion begeistert“. Beim Publikum sorgte die Reflektion für lautstarke Belustigung.

Was gab es sonst noch?

Einige Stadtvertreter nahmen nur beobachtend an der Veranstaltung teil. Ok, aber: Für den normalen Teilnehmer ist die Passivteilnahme mit Häppchen aber ohne Notizbuch in der Hand weder sinnhaft noch motivierend. Zuhören ja, aber nachhaltig. Tipp: einfach erklären, in welcher Funktion man da ist. Der Bürger sieht mit.

Gesamtnote für die Veranstaltung

Zwei, gut. Das Thema Mobilität und Verkehr interessiert die Bürger am meisten, viele treten mit entschlossener Wir-müssen-reden-Haltung auf. Endlich noch einmal hitzige Debatten. Zu wenig zu essen, die Teilnehmer kratzen schon vor 20 Uhr die letzten Suppenreste zusammen. Viele froren. Technische Betreuung samt Schulpausengong: Top.

Wie geht's weiter?

Die Themenforen sind beendet. In der Sommerpause soll der Entwurf zum Leitbild entstehen. Die Ergebnisse der Foren sollen nur online zur Verfügung gestellt werden – „irgendwann demnächst“.

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