• Lebensmittel-Rettungs-App: Mehr als 20 Geschäfte bei "Too Good to Go"

Lebensmittel-Rettungs-App : Mehr als 20 Geschäfte bei "Too Good to Go"

Immer mehr Läden in Potsdam wollen nach Ladenschluss keine Ware wegwerfen. Stattdessen bieten sie sie in einer App an, deren Macher Lebensmittel retten wollen, die sonst in der Tonne landen müssten. Wer in Potsdam dabei ist: Eine Übersicht. 

Seit etwa einem Monat macht auch "Miss Green Bean" bei "Too Good to Go" mit.
Seit etwa einem Monat macht auch "Miss Green Bean" bei "Too Good to Go" mit.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Bunt belegte Sandwiches, Backwaren oder ein warmes Mittagessen – mehr als 11.000 Mahlzeiten konnten 2019 in Potsdam mithilfe der Smartphone-App „Too Good to Go“ gerettet werden. Über das Portal können teilnehmende Geschäfte wie berichtet übriggebliebene Lebensmittel anbieten, die bis kurz vor Ladenschluss nicht verkauft wurden. So muss weniger Essen weggeworfen werden, Snacks und Menüs können dann in einem festgelegten Zeitrahmen oft schon für einen Bruchteil des Preises erstanden werden. Vom eigenen Standort aus ermittelt die App entsprechende Angebote, die sich in Laufweite des Nutzers befinden.

Das Interesse an dem nachhaltigen Angebot nimmt spürbar zu: Während vor gut einem Jahr erst fünf Läden in Potsdam bei der App registriert waren, lassen sich nun schon 22 Händler und Filialen finden, die ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen wollen, sagte Unternehmenssprecherin Victoria Prillmann den PNN. Seit Frühjahr 2019 seien neun weitere Partner hinzugekommen, vorwiegend in der Innenstadt, aber auch im Stern-Center und im Bahnhof.

Ein Blick in die App lohnt am Tag vorher

So beteiligen sich beispielsweise seit einem knappen Monat „Dean & David“ und „Miss Green Bean“ in der Brandenburger Straße sowie „A Slice of Britain“ in der Dortustraße. Auch das „Lieblingscafé“ in der Mittelstraße ist neu mit dabei, ebenso das „Bistro Lokal“ in der Geschwister-Scholl-Straße und das „Café Balzac“ in den Bahnhofspassagen. Aber nicht nur Einzelhändler, sondern auch Filialisten beteiligen sich an „Too Good to Go“. So ist die „Soup World“ mit einer Dependance in der Innenstadt und einem Ableger in Babelsberg dabei. Auch die „Heiße Theke“ bei Real und der „Lila Bäcker“ im Stern-Center halten Angebote für die App-Nutzer bereit.

Ein Klick in der App und eine Bestätigung später kann man das Menü oder die Überraschungstüte zur angegebenen Zeit abholen. Doch wer hier frische Mahlzeiten zum Sonderpreis abbekommen will, muss oft schnell sein – nicht alle Läden halten regelmäßig günstigere Menüs für die Kunden vor. Oft lohnt hier der Blick in die App schon einen Tag früher.

Zahl der Potsdamer Nutzer ist nicht bekannt

Insgesamt beteiligen sich an „Too Good to Go“ nach eigenen Angaben bereits 4000 Läden in 910 Städten. Knapp 2,7 Millionen Nutzer deutschlandweit sollen zudem das Angebot nutzen. Man sei zuversichtlich, in den kommenden Monaten die Drei-Millionen-Marke zu knacken, so das Unternehmen. Eine genaue Zahl, wie viele Potsdamer das Angebot aktuell nutzen, gibt es jedoch nicht mehr. Aus Datenschutzgründen werde die Zahl nicht mehr veröffentlicht, so das Unternehmen. Im März 2019 verzeichnete die App noch rund 1000 registrierte Potsdamer Kunden. Inzwischen dürften wohl noch einige hundert Nutzer hinzugekommen sein.

Über die App hinaus hat „Too Good to Go“ im November zudem einen Zusatzhinweis zum Mindesthaltbarkeitsdatum organisiert. Das Bewusstsein dafür, dass die Angabe „mindestens haltbar bis“ nicht gleichbedeutend mit „unverzehrbar ab“ sei, müsse erst geweckt werden, so Prillmann. Mehr als 30 Lebensmittelproduzenten, darunter auch einige aus Berlin, hätten sich dazu bereiterklärt, den Hinweis „oft länger gut“ in der Nähe der Angabe der Mindesthaltbarkeit zu platzieren. Der Hinweis soll Verbraucher darauf aufmerksam machen, dass Lebensmittel häufig länger genießbar sind. Die Nutzer sollten dazu angehalten werden, sich wieder mehr auf die eigenen Sinne wie Schmecken oder Riechen zu verlassen.


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