Potsdam : Laubengänge zwischen Bäumen

Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ feiert Richtfest für 113 Wohnungen in der Waldstadt

Neubau. 2018 sollen die ersten Mieter in die Häuser (hell) der Genossenschaft „Karl Marx“ in der Straße Zum Jagenstein (vorn) und Zum Kahleberg (rechts) einziehen. Visualisierung: promo
Neubau. 2018 sollen die ersten Mieter in die Häuser (hell) der Genossenschaft „Karl Marx“ in der Straße Zum Jagenstein (vorn) und...

Waldstadt - In Waldstadt wachsen nicht nur Bäume sondern auch hin und wieder neue Wohnhäuser: Am gestrigen Dienstag feierte die Potsdamer Wohnungsgenossenschaft Karl Marx das Richtfest für 113 neue Wohnungen im Karree der Straßen Zum Jagenstein und Zum Kahleberg. In die zwei vier- und drei sechsgeschossigen Neubauten investiert Potsdams größte Genossenschaft nach eigenen Angaben insgesamt 25 Millionen Euro für eine Gesamtwohnfläche von 9100 Quadratmetern. Der Grundstein war im Mai gelegt worden. Die ersten Wohnungen sollen Ende 2018 bezugsfertig sein.

Eine ausgewogene Mischung aus Zwei- bis Fünfraumwohnungen soll in dem „Quartier Waldgarten“ getauften Wohngebiet vielfältigen Familienstrukturen der Genossenschaftsmitglieder ein neues zu Hause bieten, teilte die Genossenschaft mit. Als durchschnittliche Nettokaltmiete werden knapp neun Euro je Quadratmeter angestrebt, sagte der Vorstand Bodo Jablonowski den PNN.

Das letzte Neubauprojekt der Genossenschaft wurde 2011 in der Saarmunder Straße fertiggestellt. Drei Wohngebäude mit 68 Wohnungen und sogenannten Laubengängen sowie ein Gebäude für die eigene Geschäftsstelle entstanden damals. Das „Quartier Waldgarten“ schließt sich unmittelbar daran an und setzt es auch architektonisch fort: Die Wohnungen werden erneut auf einer Gebäudeseite über Laubengänge erschlossen und besitzen auf der anderen Seite Balkone über die volle Breite, wodurch die Gebäude horizontal gegliedert werden und fast mediterran anmuten. Die Balkone befinden sich jeweils auf der Hofseite. Die Pläne stammen vom Potsdamer Architekturbüros S&P Sahlmann. Im Inneren des Quartiers sind auch zwei Spielplätze für Kinder vorgesehen sowie Outdoor-Fitnessgeräte. Ruhezonen werden in die Außenanlage integriert, hieß es.

Die Erdgeschosswohnungen besitzen Terrassen zum begrünten Innenhof. Alle Wohnungen sollen barrierefrei erreichbar sein und sind mit Tageslichtbädern, Parkett und einer Fußbodenheizung ausgestattet. Ebenfalls im Erdgeschoss sind auch sechs rollstuhlgerechte Wohnungen vorgesehen. Unter den Gebäuden befindet sich eine Tiefgarage mit 113 Stellplätzen. Derzeit laufen noch Gespräche mit dem Energieversorger Energie und Wasser Potsdam, um in dem Komplex auch Ladesäulen für Elektroautos anbieten zu können, so Jablonowski. Es habe aus den Reihen der Genossenschaftsmitglieder Anfragen gegeben. „Wir stellen uns dem Thema.“

Doch die Genossenschaft baut in der Waldstadt nicht nur neu, sondern saniert auch ein Gebäude. Ebenfalls in der Straße Zum Jagenstein läuft derzeit der Umbau eines Bürohauses aus der DDR-Zeit, der im Sommer kommenden Jahres abgeschlossen sein soll. Künftig sollen dort neben 45 Büroeinheiten mit jeweils 16 Quadratmetern Nutzfläche, die beliebig kombiniert werden können, auch Wohnungen untergebracht werden. In den vier Obergeschossen soll es 16 Zweizimmerwohnungen geben. Im Erdgeschoss soll eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke unterkommen. Etwa 3,5 Millionen Euro investiert die Genossenschaft in den Umbau.

Derzeit hat die „Karl Marx“ rund 6600 Wohnungen im Bestand. Zu den von ihr bewirtschafteten Wohngebieten zählen der Stern, Drewitz, die Waldstädte, der Schlaatz, Potsdam-West, die Innenstadt sowie Zentrum Ost. Die Bauprojekte in der Waldstadt sollen nicht die letzten sein: Gemeinsam mit den zwei anderen Potsdamer Genossenschaften hat sich die „Karl Marx“ für die Grundstücke in der Potsdamer Mitte beworben. In Kürze endet die Frist für die zweite Runde des Wettbewerbsverfahrens. „Wir rechnen uns sehr gute Chancen aus“, so Jablonowski.

Auch für die frühere Geschäftstelle der Genossenschaft in der Jagdhausstraße am Stern gibt es eine Idee: Das Gebäude soll als Kita genutzt werden. Derzeit führe die Genossenschaft Gespräche mit dem Jugendamt und Trägern. Marco Zschieck