Potsdam : Landtag beschäftigt sich mit Go:in

Golm - Die drohende Abwanderung von Spitzen-Start-ups aus Golm kommt auf die Tagesordnung des Brandenburger Landtags. Der CDU-Abgeordnete Steeven Bretz, Sprecher für Technologietransfer seiner Fraktion, will mit einer Anfrage klären, was das Land und die Potsdamer Stadtverwaltung zur Lösung des Problems bislang unternommen haben.

Wie berichtet müssen vier der insgesamt 22 im von der Stadt betriebenen Gründerzentrum Go:in ansässigen Firmen ausziehen, weil ihre Förderung nach acht Jahren ausläuft. Die Unternehmen gehören mittlerweile zu den Aushängeschildern des Wissenschaftsstandortes. Eines davon, die auf veterinärmedizinische Infektionsdiagnostik spezialisierte Firma Ripac, wurde erst kürzlich zu Brandenburgs Unternehmen des Jahres gekürt. Nach ihrem Auszug drohen die vier Unternehmen – und mit ihnen 50 hochqualifizierte Arbeitsplätze – nach Berlin abzuwandern, weil es in Golm bislang keinen Ersatz gibt.

Bretz übte scharfe Kritik an der Stadt und an der rot-roten Landesregierung. Die Situation war „seit mindestens acht Jahren bekannt und vorhersehbar“, sagte er. Dass Potsdam nun der Verlust von Spitzenforschung drohe, sei „Ausdruck äußerster Provinzialität und eines ergebnislosen Verwaltungs- und Zuständigkeitshickhacks“. Dem Land gab Bretz ebenfalls eine Teilschuld an der Lage. Ein vier Hektar großes Grundstück, das dem Land gehört und das an den Wissenschaftspark grenzt, hätte bereits für die Nachnutzung durch die Startups entwickelt werden können, so Bretz.

Auch die Stadtverordnetenversammlung hat das Thema auf der Agenda. Die SPD hat beantragt, dass die Stadt am Standort raschen Ersatz für die Unternehmen schaffen und einen Aufschub der Kündigung prüfen soll. pee

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