• "Kurvenstar" an der Schiffbauergasse: Katarina Witt eröffnet Sportstudio in Potsdam

"Kurvenstar" an der Schiffbauergasse : Katarina Witt eröffnet Sportstudio in Potsdam

Zirkeltraining und gemütliches Ambiente: Das will die zweifache Eiskunstlauf-Olympiasiegerin in ihrem ersten eigenen Sportstudio bieten. Im November geht es los.

Katarina Witt und Stephan Knabe bei der Einweihung des Bürogebäudes in der Schiffbauergasse in Potsdam.
Katarina Witt und Stephan Knabe bei der Einweihung des Bürogebäudes in der Schiffbauergasse in Potsdam.Andreas Klaer

Potsdam - Ein Fitness-Buch hat sie schon geschrieben, jetzt lässt sie Taten folgen: Die zweifache Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katarina Witt eröffnet in Potsdam ein Sportstudio. Es heißt "Kurvenstar by Katarina Witt" und befindet sich im Erdgeschoss des Neubaus des Potsdamer Steuerberaters Stephan Knabe in fast direkter Wasserlage an der Schiffbauergasse. Ab November sollen sich dort Frauen und Männer fit machen und fit halten können. Witts Partner bei der Kurvenstar Sport GmbH ist David Fietzke, ein Experte aus der Fitness- und Gesundheitsbranche, der das Sportstudio als Geschäftsführer leiten soll.

"Es ist keine Muckibude, es geht nicht ums Sixpack"

Die Idee, ein eigenes Sportstudio zu eröffnen, habe sie bereits seit vier, fünf Jahren, sagte Katarina Witt den PNN. Ihre Vision: Ein Studio, in dem sie selbst gern trainieren würde, in dem "ich mich selbst wohl fühle". Bei der Konzeption sei sie von ihrer Lebenswelt ausgegangen, sagte Witt: "Wir stehen mit beiden Beinen im Leben, haben Arbeit, Termine - und viel zu wenig Zeit für Sport, obwohl er so wichtig ist." Daher soll im "Kurvenstar" als Basis für gesunde Sportlichkeit ein effizientes, individuell zugeschnittenes Zirkeltraining angeboten werden, das rund eine Stunde in Anspruch nehme, gut in den Tagesablauf passe - und gute Ergebnisse zeige. "Doch es ist keine Muckibude, es geht nicht ums Sixpack", sagte Witt. Auch werde es kein Spa geben, dafür eine schöne Lounge, in der man nach dem Training einen Cappuccino trinken, seine E-Mails lesen kann.

Die ehemalige Eiskunstläuferin Katarina Witt, hier 2015 in Berlin.
Die ehemalige Eiskunstläuferin Katarina Witt, hier 2015 in Berlin.Foto: Paul Zinken/dpa

 Ansprechen wollen Witt und Fietzke Menschen, die "gesund leben, sich gesund fühlen und gesund bleiben" wollen. Der Begriff Kurven bezieht sich dabei weniger auf die Statur, sondern auf "die Kurven des Lebens", wie Witt sagt - es gehe darum, die "täglichen körperlichen Herausforderungen" und die "emotionalen Höhen und Tiefen" mit "Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit" zu meistern. Gesundheit, Abnehmen und Kraft sind die beworbenen Trainingspakete. Witt bietet derzeit 100 so genannte "Gründungsmitgliedschaften" im "Kurvenstar" an, sie kosten pro Woche knapp 20 Euro. Regulär kostet das "Kurvenstar"-Training knapp 25 Euro pro Woche.

Trainieren im gemütlichen Ambiente

Dass das Sportstudio in Potsdam eröffnet, ist laut Witt eine glückliche Fügung. Sie habe Potsdam in jüngster Zeit sehr oft und sehr gern besucht und daher in der Stadt einen Standort gesucht, um ihre Studio-Pläne zu verwirklichen. Nachdem kein bestehender Bau infrage kam, sei ihr der Neubau von Stephan Knabe vermittelt worden - "und es ist der ideale Standort", sagte die 53-Jährige. Auch die Architektur passe perfekt, "schließlich hat die Fassade auch eine Kurve, eine Rundung wie ein Schiffsbug", sagte Witt. Zudem habe sie David Fietzke kennen gelernt, der "meine Vision für das Sportstudio teilt und mir geholfen hat, sie umzusetzen". Das "Kurvenstar" werde eine Mischung von Modernität und Tradition prägen, ein "Ambiente mit gewisser Gemütlichkeit", beschreibt Witt. Es soll ein Ort sein, "an dem man sich wohlfühlt und sich auf sich selbst konzentrieren kann".

Legendär: Katarina Witt gewann am 27.02.1988 bei den Olympischen Winterspielen von Calgary im Eiskunstlauf der Damen mit ihrer abschließenden Kür als "Carmen" die Goldmedaille. 
Legendär: Katarina Witt gewann am 27.02.1988 bei den Olympischen Winterspielen von Calgary im Eiskunstlauf der Damen mit ihrer...Foto: Roland Scheidemann/dpa

Sie freue sich sehr darauf, dass es im November los geht, sagte Witt - und kündigte an, künftig auch für ihr persönliches Training ins "Kurvenstar" zu kommen. "Man geht joggen, kann viele Übungen zuhause machen - doch ein Sportstudio ist auch ein schöner Meetingpoint, wenn man sich zum Training verabredet." Dass sie in Potsdam ein Zuhause gefunden habe, wollte Witt nicht bestätigen. Sie äußere sich grundsätzlich nicht zu solchen privaten Angelegenheiten. Als Steuerberater Knabe seinen prominenten Gast am Samstagabend bei der Eröffnungsfeier des Neubaus ankündigte, nannte er Witt jedoch vielsagend seine "Nachbarin". Sie selbst sagte auf der Bühne, nach 30 Jahren unterwegs habe sie mit dem "Kurvenstar" nun tatsächlich einen festen Arbeitsplatz gefunden. Das Potsdamer Studio solle das Flagschiff für eine bundesweite „Kurvenstar“-Kette werden, allerdings habe sie noch keine konkreten Pläne für weitere Studios, sagte Witt den PNN.

Der Potsdamer Unternehmer Stephan Knabe vor seinem Neubau in der Schiffbauergasse, in den auch das "Kurvenstar" einziehen soll.
Der Potsdamer Unternehmer Stephan Knabe vor seinem Neubau in der Schiffbauergasse, in den auch das "Kurvenstar" einziehen soll.Foto: Andreas Klaer

Einsatz für die Garnisonkirche

Witt gilt als erfolgreichste Eiskunstläuferin aller Zeiten: Sie ist zweifache Olympiasiegerin, vierfache Weltmeisterin und sechsfache Europameisterin. Geboren wurde "Kati" Witt 1965 in Staaken, als ihre Heimatstadt bezeichnet sie Chemnitz, damals Karl-Marx-Stadt. Inbesondere in Ostdeutschland hat die weltweit bekannte Sportlerin viele Fans. Seit sie 2008 ihre Karriere im Eiskunstlauf endgültig beendet hat, ist sie als Unternehmerin tätig und unterstützt mit ihrer Stiftung Sportangebote für Menschen mit Behinderung. Gemeinsam mit dem Brandenburger Ex-Fußballprofi Steffen Freund hat Witt die Initiative "Wirtschaft trifft Sport" gegründet, über die Unternehmer angespornt werden sollen, Sportler in ihrer Region zu unterstützen.

Auch in Potsdam ist Katarina Witt bereits zuvor aktiv geworden - als Unterstützerin des umstrittenen Wiederaufbaus der Garnisonkirche. Ihre Begründung für ihr Engagement: "Damit Fehler sich nicht wiederholen, muss man sich an sie erinnern können! Möglichst weithin sichtbar!“ Ob und wie viel Witt für den umstrittenen Wiederaufbau des Garnisonkirchturms gespendet hat, hat die Fördergesellschaft, deren Mitglied Witt ist, nicht bekannt gegeben.