Potsdam : Kurort Neu Fahrland

Günter Simon macht sich für Potsdams neuen Ortsteil stark

Gutzeit

Günter Simon macht sich für Potsdams neuen Ortsteil stark Mit dem Tag der Kommunalwahlen, am 26. Oktober, werden sieben Gemeinden im Norden Potsdams als Ortsteile in die Landeshauptstadt eingegliedert: Fahrland, Neu Fahrland, Satzkorn, Uetz-Paaren, Groß Glienicke, Golm und Marquardt. Die PNN stellen in den folgenden Wochen Einwohner aus den Orten vor, die im öffentlichen Leben stehen, sich Verdienste erworben haben oder einfach Originale sind. In der DDR kannte ihn fast jeder Fußball-Fan: Seit 1961 war Günter Simon für die „Fußballwoche“ unterwegs, den ,Kicker des Ostens'', wie viele die wöchentlich erscheinende Sportzeitung nannten. Während dieser Zeit hat der Sportjournalist viele große Fußball-Arenen der Welt gesehen, darunter auch das legendäre Wembleystadion in London. „Einer der Höhepunkte war für mich die Begleitung der DDR-Nationalmannschaft zur Fußball-WM 1974“, erzählt er. Natürlich war auch bei ihm die Begeisterung grenzenlos, als der Magdeburger Jürgen Sparwasser das Siegtor gegen die Bundesrepublik schoss und die DDR dem künftigen Weltmeister in der Vorrunde eine Niederlage zufügte. Damals war auch für Günter Simon die Fußballwelt in der DDR noch in Ordnung, jedenfalls sportlich gesehen. In den 80er Jahren jedoch avancierte der Berliner Fußballclub Dynamo als „Mielkes Lieblingsclub“ (Erich Mielke war Minister für Staatssicherheit) durch verordnete Schiedsrichter-Fehlentscheidungen zum Dauer-Meister. „Das habe ich damals öffentlich angesprochen“, berichtet Günter Simon. Das Ergebnis war für diese Zeit typisch: Fünf Jahre generelles Auslandsreiseverbot und für seine beiden Kinder einschneidende Behinderungen ihrer beruflichen Ausbildung. Als kleine Rehabilitierung konnte er die Übertragung der Chefredaktion der FuWO im Mai 1990 ansehen, jedoch stellte die Zeitung im November 1992 ihr Erscheinen ein. Doch seine Lebensmaxime blieb immer: „Learn from yesterday, plan for tomorrow, live today“. Und das hat der leidenschaftliche Fußballanhänger, Churchill-Verehrer und Zigarrenraucher stets so gehalten: Aus Fehlern lernen, an die Zukunft denken und das Leben genießen. Günter Simon, Jahrgang 1931, stammt aus der Niederlausitz und wuchs nach dem Krieg als Vollwaise bei Verwandten auf. 1950 kam er nach Potsdam, holte an der Arbeiter- und Bauernfakultät (ABF) sein Abitur nach und spielte zugleich bei Rotation Babelsberg in der höchsten Spielklasse Fußball. In Neu Fahrland lebt er seit mehr als 40 Jahren, die tägliche Fahrt zur Fuwo-Redaktion in Berlin-Mitte bedeutete täglich knapp drei Stunden Fahrzeit in jede Richtung. Deshalb war ihm zu dieser Zeit eine aktive Mitarbeit in der Kommunalpolitik nicht möglich. „Das habe ich aber ab 1993 nachgeholt“. Seitdem sitzt Günter Simon für die ,Bürgergemeinschaft Kurort“ als stellvertretender Bürgermeister in der Gemeindevertretung, zur Kommunalwahl endet jetzt seine ehrenamtliche Arbeit als Mandatsträger. Gemeinsam mit anderen ausscheidenden Gemeindevertretern will er jedoch im „Ältestenrat“ den neuen Ortsbeirat unterstützen. Und als stellvertretender Vorsitzender des Kultur- und Sportclub KSC 2000 liegt ihm natürlich der Sport im neuen Potsdamer Ortsteil Neu Fahrland vor allem am Herzen. Gutzeit

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