• Krongut Bornstedt in Potsdam: Mit dem Bus bis vor das Krongut

Krongut Bornstedt in Potsdam : Mit dem Bus bis vor das Krongut

Josef Laggner, Betreiber des Kronguts Bornstedt, erwägt eine Klage gegen das Durchfahrtsverbot von Reisebussen in der Ribbeckstraße. Das Gut will er loswerden.

Nur an den Wochenenden ist das Krongut voll, werktags verirren sich nur wenige Touristen nach Bornstedt.
Nur an den Wochenenden ist das Krongut voll, werktags verirren sich nur wenige Touristen nach Bornstedt.Foto: J. Bergmann

Potsdam - Krongut-Betreiber Josef Laggner will das von der Stadt verhängte Busverbot für die Ribbeckstraße notfalls gerichtlich kippen. „Ich schließe das nicht aus“, sagte der Gastronom den PNN. Da das Areal im Bebauungsplan als Mischgebiet, also ein Mix aus Wohnen und Gewerbe, ausgewiesen sei, könne man ihm die Genehmigung nicht verwehren, Reisebusse bis direkt zum Krongut fahren zu lassen.

Der Streit schwelt schon seit Jahren. Laggner fordert von der Stadt, Bussen die Zufahrt zum Krongut zu erlauben, weil der eigens dafür gebaute Parkplatz seiner Ansicht nach zu weit entfernt liegt. Busreisende seien zumeist ältere Menschen, denen man es nicht zumuten könne, mehrere hundert Meter zu Fuß zurückzulegen. „Jedes andere Welterbe“ könne man direkt anfahren, sagte Laggner. Nur in Potsdam funktioniere das nicht.

Reisegruppen müssen 750 Meter zum Krongut laufen

Die Stadt hatte die Ribbeckstraße bereits 2005 für Reisebusse gesperrt – nicht zuletzt wegen massiver Anwohnerproteste. Reisegruppen müssen seitdem von einem rund 750 Meter entfernten Busparkplatz zum Krongut laufen. Bereits vor Monaten hatte der Gastronom, der auch das Restaurant „Lutter & Wegner“ am Berliner Gendarmenmarkt betreibt, daher einen neuen Anlauf genommen und bei der Stadt eine Genehmigung beantragt, damit die Busse durch die Ribbeckstraße bis zum Krongut fahren dürfen.

Bestandteil dieses Antrags ist auch eine Buswendeschleife, die Laggner auf dem derzeitigen Mitarbeiterparkplatz des Kronguts bauen will. Die Entscheidung darüber steht noch aus. Es werde „derzeit noch geprüft und besprochen“, sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow den PNN.

Besuchermangel wegen Bus-Verbot

Allzu viel Sympathie hegt man im Rathaus für die Pläne allerdings nicht: „Aus unserer Sicht ist das Krongut ein herausragender touristischer Standort, der vom vorhandenen Busparkplatz in der Nähe des Krongutes sehr gut erreichbar ist“, erklärte Brunzlow. Zudem müssten die Anwohner der Ribbeckstraße mit deutlich mehr Verkehr rechnen, sollte die Wendeschleife genehmigt werden, denn in diesem Fall dürften auch andere Busse – etwa von Anbietern von Stadtrundfahrten – die Anlage nutzen. Aufgrund der engen Straßenverhältnisse müsste außerdem eine Ampel gebaut werden, so Brunzlow. Die Stadt werde diese Maßnahme aber nicht bezahlen.

Für Laggner ist das Busverbot einer der Gründe, warum das Krongut seit Jahren unter Besuchermangel leidet. Kurz nach der Eröffnung des mit üppiger Förderung sanierten Ensembles im Jahr 2001 wurde noch eine halbe Million Besucher gezählt, jetzt sind es jährlich noch 150 000 – zu wenig für einen wirtschaftlichen Betrieb. Laut Laggner liegen die jährlichen Verluste im sechsstelligen Bereich.

Laggner will verkaufen

Daher will Laggner nun die Reißleine ziehen. Bereits im Frühjahr hatte er sich mit Verkaufsabsichten getragen und die Unternehmensberatung EY, früher als Ernst & Young bekannt, mit einer Marktsondierung beauftragt. Inzwischen habe er sich zu einem Verkauf entschlossen, sagte Laggner. Es hätten sich mehrere Interessenten gemeldet, die das Krongut unter anderem gastronomisch, als Hotel oder privat nutzen wollten.

Zufrieden sei er mit keinem der Angebote gewesen. Komme aber jemand mit dem „richtigen Konzept und dem richtigen Geld, dann werde ich nicht Nein sagen“. Verkaufsdruck gebe es aber nicht. In diesem Jahr sei das Geschäft deutlich besser gelaufen als noch 2014.

Eine Baustelle bleibt auch der Bürgerbahnhof am Park Sanssouci, ein weiteres Objekt in Laggners Händen. Seit 2011 wird die Eröffnung von Potsdams ältestem Bahnhof als Ausflugslokal immer wieder verschoben, unter anderem gab es Probleme mit dem Denkmalschutz. Aktuell verzögert eine Umplanung das Vorhaben – die Genehmigung steht noch aus.