• Kritik an Bauplänen an der Lennéschen Feldflur: Naturschützer warnen vor Sportplatz am Lerchensteig

Kritik an Bauplänen an der Lennéschen Feldflur : Naturschützer warnen vor Sportplatz am Lerchensteig

Nedlitz - Potsdams Naturschutzverbände warnen vor den bei Anwohnern ohnehin umstrittenen Plänen für einen neuen Sportplatz am Lerchensteig. Das geht aus einem den PNN vorliegenden Schreiben aus dem gemeinsamen Landesbüro der Verbände hervor, zu denen etwa der Naturschutzbund, die Grüne Liga oder der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland gehören. Diese schreiben, die Errichtung eines wettkampfgerechten Fußballgroßplatzes könne am geplanten Standort „nicht befürwortet werden“. So befinde sich das Planungsgebiet in der Lennéschen Feldflur und gehöre damit zum Weltkulturerbe. Dort befänden sich auch geschützte Biotope, die auch Lebensraum vieler Vogelarten seien. Daher seien mindestens intensive Begutachtungen nötig, um abschätzen zu können, welche Auswirkungen etwa der entstehende Lärmpegel haben könnte.

Doch schon jetzt zeigen sich die Naturschützer skeptisch in Bezug auf die Umweltauswirkungen. „Es muss davon ausgegangen werden, dass durch Errichtung und Nutzung des Sportplatzes die Schutzgüter in ihrer Funktions- und Regenerationsfähigkeit sowie in ihrem Zusammenleben erheblich gestört werden.“ Die Erlebbarkeit der Kulturlandschaft als Naherholungsgebiet werde erheblich eingeschränkt, sind sich die Naturschützer sicher. Zudem würden vermutlich weitere Freiflächen für Parkplätze gebraucht. Diese seien schon deshalb nötig, weil bisher die Erreichbarkeit des Standorts für Kinder und Jugendliche „nur unzureichend“ berücksichtigt sei – wegen „unverhältnismäßig langen Anfahrtswegen“. Daher seien für den Platz Alternativstandorte zu prüfen, fordern die Verbände in ihrem Schreiben an die Bauverwaltung.

Für den Platzbau muss die Stadtpolitik wie berichtet den dortigen Flächennutzungsplan ändern. Kosten soll das Projekt rund 1,8 Millionen Euro. Insbesondere die im Bornstedter Feld ansässigen Potsdamer Kickers, die das Gelände nutzen sollen, haben bereits Probleme vorausgesagt: Wegen der Entfernung von rund drei Kilometern zu dem schnell wachsenden Stadtteil und wegen der schlechten Anbindung des Standorts mit nur einer Buslinie. Die Verwaltung hatte die Wahl des Standorts damit begründet, dass andere Flächen vor allem aus Lärmschutzgründen noch weniger geeignet seien – etwa in Neu Fahrland oder am Volkspark. Anwohner hatten dagegen ein fehlendes Parkkonzept bemängelt und weitere Bedenken geäußert. Die Stadt hat ihre Wahl auch mit der geplanten Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) begründet, die nebenan ein Sozialdorf für Wohnungslose und Flüchtlinge betreibt. Die Fläche für den Platz muss die Stadt also nicht kaufen, sondern kann sie von der Awo pachten. Zudem will man sich die Anlage mit voraussichtlich bis zu 75 Prozent Fördermitteln aus dem Kommunalen Investitionsprogramm des Landes fördern lassen. HK

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