• Krise beim Potsdamer Verkehrsbetrieb: Bahnkunden-Verband attackiert Rathausspitze

Krise beim Potsdamer Verkehrsbetrieb : Bahnkunden-Verband attackiert Rathausspitze

Die Chefs der Verkehrsbetriebe stehen vor der Ablösung. Das sorgt weiter für viel Unmut. Heute tagt der Aufsichtsrat.

Im Streit um den Verkehrsbetrieb Potsdam gerät die Rathausspitze immer mehr in die Kritik.
Im Streit um den Verkehrsbetrieb Potsdam gerät die Rathausspitze immer mehr in die Kritik.Foto: Andreas Klaer

Vor der für den heutigen Freitag geplanten Abberufung  der beiden Geschäftsführer des Potsdamer Verkehrsbetriebs (ViP),  Martin Grießner und Oliver Glaser, gibt es immer mehr Kritik an der Rathausspitze. Der Regionalverband des Deutschen Bahnkunden-Verbandes teilte in einer Erklärung mit, man nehme die bevorstehende Entscheidung "mit Bestürzung und Unverständnis" zur Kenntnis. Sollte das so umgesetzt werden, "verliert die Landeshauptstadt aus für uns nicht nachvollziehbaren Gründen zwei kompetente und geschätzte Fachleute. Es scheint eine rein politische Entscheidung zu sein, bei der die beiden Geschäftsführer Bauernopfer sind; die in den Potsdamer Medien genannten Gründe sind nur vorgeschoben."

Vorwurf: Exner spare das Unternehmen kaputt

Weiter erklärte der Verband, Potsdams Finanzbeigeordneter und ViP-Aufsichtsratschef Burkhard Exner (SPD) spare das städtische Verkehrsunternehmen kaputt. So seien die Fahrgastzahlen in den vergangenen Jahren um 8,7 Prozent auf knapp 35 Millionen gestiegen, die Ausgleichszahlungen der Stadt aber nur um 1,3 Prozent. "Preissteigerungen bei Kraftstoffkosten, Personal und Instandhaltung können damit keinesfalls aufgefangen werden", so der Bahnkundenverband: "Das kann auf Dauer nicht gutgehen." Und weiter: "Wenn Herr Exner durch die mögliche Abberufung versucht, beiden Geschäftsführern die Schuld zuzuschieben, verkennt er seine eigene Rolle als Aufsichtsratsvorsitzender und trägt viel Unruhe in die Stadt." Ebenso geht der Verband auf das von Oberbürgermeister Mike Schubert und der SPD propagierte 365-Euro-Jahresticket ein, dass für die Region Potsdam kommen soll: "Wenn die Stadt nicht bereit ist, mehr Geld für den ViP auszugeben, aber von ihm eine Ausweitung des jetzigen Angebots erwartet, wird dieser Ticketwunsch ein unhaltbares Wahlkampfversprechen bleiben."

Ab 13.30 Uhr tagt der Aufsichtsrat

Wie berichtet drängt der ViP- und Stadtwerke-Aufsichtsratschef Burkard Exner (SPD) auf eine Abberufung der ViP-Chefs Martin Grießner und Oliver Glaser, am heutigen Freitag tagt dazu ab 13.30 Uhr der Aufsichtsrat auf einer Sondersitzung.  Ihre regulären Verträge wären nach PNN-Recherchen noch ein bis zwei Jahre gelaufen. An der Entscheidung hat es bereits auch aus der Stadtpolitik viel Kritik gegeben.