• Kooperation für’s Klima: Stadtwerke und Pro Potsdam sollen neue Gesellschaft gründen

Kooperation für’s Klima : Stadtwerke und Pro Potsdam sollen neue Gesellschaft gründen

Potsdam will sich für die Energiewende rüsten - mit Ökostrom vom Plattenbaudach oder Ladesäulen für eine städtische Elektroautoflotte. 

Elektroladesäule der Stadtwerke am Bassinplatz. Künftig könnten es mehr werden. Foto: Sebastian Gabsch
Elektroladesäule der Stadtwerke am Bassinplatz. Künftig könnten es mehr werden. Foto: Sebastian GabschFoto: Sebastian Gabsch PNN

Potsdam - Potsdam will eine neue Gesellschaft gründen, um die Energiewende in den Wohnquartieren zu bewältigen. In der morgigen Sitzung der Stadtverordneten steht eine entsprechende Vorlage der Stadtverwaltung auf der Tagesordnung. Darin heißt es, der Oberbürgermeister solle Vorbereitungen treffen zur Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft von Stadtwerken und der kommunalen Wohnungsholding Pro Potsdam. Diese Gesellschaft soll quartiersbezogene klimaschutzfreundliche Investitionen in Energieversorgung und Mobilität ermöglichen. Zunächst sollen die kommunal- und gesellschaftsrechtlichen Voraussetzungen geprüft werden.

Hintergrund der Rathauspläne sind die Anforderungen des Klimaschutzes. Potsdam ist seit 2016 eine von 22 sogenannten Masterplan-Kommunen, die ihre Treibhausgasemission bis 2050 um 95 Prozent und ihren Energieverbrauch um 50 Prozent gegenüber 1990 senken wollen. Zu diesen Zielen hat sich die Stadt bekannt und profitiert bis 2020 von der Exzellenzförderung des Bundesumweltministeriums. Mittel dazu sollen unter anderem eine stärker an Klimaschutz orientierte Stadtplanung, „Grüne“ Fernwärme, konsequente energetische Gebäudesanierung und die Abkehr vom fossilen Individualverkehr sein.

Energielieferanten und Immobilienwirtschaft 

Der Klimaschutz betreffe die drei im Stadtwerkeverbund angesiedelten Sektoren Strom, Wärme und Mobilität, heißt es in dem Antrag. Die an die Immobilienwirtschaft gerichteten gesetzlichen Anforderungen zur Energieeinsparung und die auf Energieeffizienz ausgerichteten Förderprogramme lassen die klare Trennung zwischen klassischem Energielieferanten und der Immobilienwirtschaft zunehmend verschwinden, so die Stadtverwaltung. Dies führe zu einer engeren Verzahnung von Energieerzeugung und Energieversorgung auf oder an Gebäuden im Rahmen integrierter quartiersbezogener Energiekonzepte. Die beiden kommunalen Unternehmen hätten bereits gute Erfahrungen beim Umbau der Gartenstadt Drewitz gesammelt.

Die neue Gesellschaft könnte beispielsweise an Gebäuden Ökostrom erzeugen oder die Infrastruktur für Elektromobilität anbieten. Die geplanten Geschäftsfelder der Gesellschaft zielen zukünftig auch auf den Betrieb von eigenen Anlagen der Strom- und Wärmeversorgung oder auf das Halten von eigenen Fahrzeugen und deren Ladeinfrastruktur ab. 

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