• Kommentar zur Garnisonkirche: Bestrafung

Kommentar zur Garnisonkirche : Bestrafung

In der Debatte um die Garnisonkirche ist eine abstruse Idee aufgekommen. Alles dreht sich um einen Bürgerrat.

PNN-Redakteur Henri Kramer.
PNN-Redakteur Henri Kramer.Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Immerhin: Der Vorschlag der Grünen für einen Bürgerrat zur Garnisonkirche taugt zu einem verheißungsvollen Witzbeginn: „Sitzen ein Arzt, ein Obdachloser und ein Ex-Soldat zusammen und beraten über die Garnisonkirche…“ 
 

Doch der Reihe nach. Mit ihrem Vorschlag wollen die Grünen, dass sich Otto-Normal-Potsdamer in einem Werkstattverfahren treffen und über das Thema Garnisonkirche debattieren. 

Aus guten Gründen ist ein ganz ähnlicher Vorschlag aus dem Rathaus vor vier Jahren abgelehnt worden. Denn soll es wirklich dem Prinzip Zufall überlassen werden, was eigentlich Aufgabe der gewählten Stadtverordneten ist – nämlich eine mehrheitsfähige Position zu diesem Projekt zu finden?! Oder aber man macht die ganz große Lösung und lässt die Potsdamer abstimmen, wie sie zum Thema Kirchenschiff stehen – über den im Bau befindlichen Turm kann man schlecht noch votieren lassen. Aber Kommissar Zufall?


Ohnehin stellt sich eine prinzipielle Frage: Will sich ein normaler Potsdamer, dessen Sorgen nach allen Umfragen ohnehin eher dem Verkehr oder den Mieten gelten, so eine Garnisonkirchenwerkstatt wirklich antun? Oder ist das Ganze nicht eher eine Strafmaßnahme? Vielleicht ist ja bald der nächste Beschluss nötig: Mitmachen müssen Potsdamer, die zuerst mehr als zehn Parkknöllchen gesammelt haben.

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