• Kommentar über steigende Mieten in Potsdam: Keine einfachen Antworten

Kommentar über steigende Mieten in Potsdam : Keine einfachen Antworten

Potsdam - Andere Städte verkaufen ihre kommunalen Wohnungen – in Potsdam wird das Gegenteil versucht. Dass die städtische Pro Potsdam 32 Millionen Euro investieren will, um vier marode Siedlungsquartiere zu sanieren und möglichst weiter sozialverträgliche Mieten anzubieten, ist daher ein – auch durch den Druck der Stadtpolitik zustande gekommenes – beachtenswertes Vorhaben. Dies ist aber auch nur möglich, weil das Land Fördermittel versprochen hat. Für die Wohnungen, für die es diese Zusage nicht gibt, hat sich die Pro Potsdam auf ein Modell eingelassen, bei dem sich die Anwohner an der Sanierung mit geldwerten Leistungen beteiligen. Ob dies allerdings in jedem Fall so funktionieren kann, ist fraglich.

Und auch die Wirkung solcher Eigenleistungsmodelle auf den angespannten Wohnungsmarkt der Stadt dürfte nur marginal ausfallen. Potsdam hat sein Mietenproblem eben nicht allein in der Hand: Mehr bewirkt möglicherweise die bundesweit geltende Mietenbremse oder neue Förderprogramme. Nicht zuletzt ist es aber gerade die Attraktivität Potsdams, die der Stadtverwaltung die Hände bindet, denn für das Wachstum werden in den kommenden Jahren zig Millionen in neue Schulen und sonstige Infrastruktur gesteckt. Da bleiben, auch für Unternehmen wie die Pro Potsdam, wenig Spielräume – die lobenswerterweise nun genutzt werden.

Aber da ist eben der Zuzug, der auch den Druck auf den Wohnungsmarkt verstärkt: Kann man dieses Wachstum bremsen? Das klingt illusorisch und wäre, da diese Stadt wiederum auch eine besondere Willkommenskultur für ihre neuen Bewohner aus Krisenländern pflegt, ein geradezu paradoxes Signal. Es ist, wie es ist: Gegen steigende Mieten helfen keine einfachen Antworten, sondern nur langfristige, komplexe Strategien.

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