• Kommentar über steigende Energiepreise: Soziales Abfedern - aber auf bundespolitischer Ebene

Kommentar über steigende Energiepreise : Soziales Abfedern - aber auf bundespolitischer Ebene

Die Stadtwerke Potsdam heben ihre Gas- und Strompreise an. Doch wie kann die Erhöhung für finanziell schwächere Familien abgefedert werden? Ein Kommentar. 

Die steigenden Strompreise werden finanzielle schwache Familien in Potsdam deutlich spüren.
Die steigenden Strompreise werden finanzielle schwache Familien in Potsdam deutlich spüren.Foto: Jens Kalaene/dpa

Potsdam - Natürlich sind die von den Stadtwerken angekündigten Gas- und Strompreiserhöhungen für finanziell schwächere Familien schmerzhaft. Daher klingt der Linken-Vorstoß im Stadtparlament, dafür eine Form der sozialen Abfederung zu finden, erst einmal folgerichtig. Allerdings gab es in Potsdam schon mehrfach Versuche für eine Art Energie-Sozialrabatt, der aber nicht einfach verordnet werden kann. Einmal ist der Stadtwerke-Versorger Energie und Wasser Potsdam (EWP) kein rein kommunales Unternehmen, der private Mitgesellschafter Edis hat ein Wörtchen mitzureden. Zudem liegt der Anteil, auf den ein Anbieter bei den Strom- und Gaspreisen wirklich Einfluss hat, etwa wegen der festgesetzten Netzentgelte bei nur 25 bis 50 Prozent. 

Für Sozialrabatte müssten Energiepreise weiter erhöht werden

Das heißt: Würden die Stadtwerke die Preise für Kunden effektiv um ein Prozent senken, müssten sie wesentlich mehr draufzahlen. Ohnehin: Um die Sozialrabatte zu bezahlen, müsste die EWP, wenn sie das kostenneutral finanzieren wollte, ihre anderen Energiepreise erhöhen – im umkämpften Energiemarkt könnte das aber Kundenverluste bedeuten. 

Entwicklung der Strompreise seit 2004.  
Entwicklung der Strompreise seit 2004.  Grafik: AFP/Jochen GEBAUER

Das soziale Abfedern steigender Energiekosten ist für ein kommunales Unternehmen also schwierig – und da die Energiepreise deutschlandweit steigen, ist das eher ein bundespolitisches Thema.

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