• Kommentar: Kein Freifahrtsschein für rüde Kontrolleure

Kommentar : Kein Freifahrtsschein für rüde Kontrolleure

Der Verkehrsbetrieb muss die Vorwürfe gegen seine Kontrolleure ernsthaft aufarbeiten - auch im Sinne eines funktionierenden öffentlichen Nahverkehrs.

PNN-Redakteur Henri Kramer.
PNN-Redakteur Henri Kramer.Foto: Sebastian Gabsch

Natürlich ist Schwarzfahren kein Kavaliersdelikt und die Arbeit von Kontrolleuren kein Traumjob. Denn auch diese Sicherheitsleute haben es täglich mit Beschimpfungen zu tun, weil manche Menschen sich eben ärgern, wenn sie ohne Fahrschein erwischt werden. Umso wichtiger ist es – schon im Sinne der Vorbildwirkung – dass die Kontrolleure selbst nicht über das Ziel hinausschießen und ihre Machtposition missbrauchen. Doch legen all die Schilderungen, die die PNN in den vergangenen Tagen erreicht haben, den Verdacht nahe, dass so manchem Kontrolleur im Auftrag des Verkehrsbetriebs (ViP) sein Job etwas zu Kopf gestiegen sein könnte, um es einmal milde auszudrücken. 

Daher sollten der ViP und seine neue Geschäftsführung dringend Gegenmaßnahmen ergreifen, um den Imageschaden für das Unternehmen und auch den öffentlichen Nahverkehr an sich zu begrenzen. Zwar werden die Kontrolleure von einer privaten Sicherheitsfirma eingesetzt, öffentlich vertreten sie jedoch die Interessen des ViP. Eine Möglichkeit für das städtische Unternehmen wäre es, anonyme Stichproben zu veranlassen, um das Verhalten des Personals auch in stressigen Situationen zu prüfen. Denn einen Freifahrtschein für Kontrolleure, Fahrgäste mies zu behandeln, darf es nicht geben.


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