• Kommentar | Bergmann-Klinikum: Nicht transparent

Kommentar | Bergmann-Klinikum : Nicht transparent

Der Hauptausschuss tagte über die finanzielle Lage des kommunalen Klinikums "Ernst von Bergmann" hinter verschlossenen Türen. PNN-Redakteur Henri Kramer fordert eine offene Debatte. 

Das Bergmann-Klinikum in Potsdam
Das Bergmann-Klinikum in PotsdamFoto: Sebastian Gabsch PNN

Man muss es so deutlich sagen: Das kommunale Bergmann-Klinikum befindet sich in einer veritablen Krise. Zum Jahresende muss wegen Corona und der Tarifrückkehr ein zweistelliges Millionenloch geschlossen werden. Angesichts der Einbrüche bei den Steuereinnahmen ist das eine sehr beunruhigende Entwicklung. Umso unverständlicher ist es, dass dieser wichtige Tagesordnungspunkt am Mittwochabend im Hauptausschuss einmal mehr hinter verschlossenen Türen stattfand. Dabei soll gerade das Prinzip der Öffentlichkeit sicherstellen, dass die Bevölkerung sich über die Tätigkeit ihrer kommunalen Vertretungsorgane unmittelbar informieren kann. 

Für Geschäftsgeheimnisse

Nur im Ausnahmefall kann man davon eigentlich abzuweichen, wenn es zum Beispiel um vertrauliche Geschäftsgeheimnisse geht. Für solche Fälle lässt sich in Sitzungen immer aber auch zeitweise die Nicht-Öffentlichkeit herstellen. Doch da es beim Klinikum gerade um ein Kernstück der städtischen Daseinsfürsorge geht, sollten die Stadtverordneten hier – auch im Interesse ihrer eigenen Glaubwürdigkeit – auf maximale Transparenz drängen. Geheimniskrämerei hilft in Krisen nie weiter.

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