• Kommentar | Alltagsrassismus und Zivilcourage: Widerstand zeigen

Kommentar | Alltagsrassismus und Zivilcourage : Widerstand zeigen

Ob Äußerungen über Schlauchbootreisen oder Unverständnis bei Sprachbarrieren: Auch in Potsdam gibt es immer wieder rassistische Vorfälle. Genau dann bedarf es Zivilcourage.

Rund 290 Flüchtlinge wurden hier im Januar 2016 auf dem Weg nach Sizilien von der italienischen Marine gerettet.
Rund 290 Flüchtlinge wurden hier im Januar 2016 auf dem Weg nach Sizilien von der italienischen Marine gerettet.Foto: dpa

So weltoffen und tolerant sich die Stadt Potsdam immer gibt, so sehr existieren auch in dieser Stadt die Alltagsrassismen. Das muss noch nicht einmal aus einem gefestigten rassistischen Weltbild herauskommen – was allerdings am abscheulichsten ist. Viel zu oft sind es Gedankenlosigkeiten, mit denen man Menschen anderer Herkunft kränkt und verletzt. 

Das beginnt schon beim radebrechenden Deutsch, das Einheimische an den Tag legen, wenn sie mit vermeintlichen Ausländern ins Gespräch kommen. Wie demütigend, wenn sich die deutsche Oma vordrängelt vor ausländisch aussehende Menschen mit den Worten „Ihr habt mehr Zeit als ich“. 

Wenn Behördenmitarbeiter das Beamtendeutsch hinunterrattern – das selbst Deutsche nicht immer verstehen – und Unverständnis bei Sprachbarrieren zeigen: Überall da beginnt der Rassismus im Kleinen, beim Einzelnen, der ebenso bekämpft gehört wie die unverschämten Äußerungen zu Schlauchbootreisen oder dem Leben in Afrika an eine Hotelmitarbeiterin, die schwarzer Hautfarbe ist, aber in Deutschland geboren wurde. Genau dann bedarf es Zivilcourage von so vielen wie möglich, diesen Rassisten zu zeigen, dass es dafür keinen Platz gibt. Nicht in Potsdam und möglichst auch sonst nirgends.


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