• Kleingartensparte Angergrund: Tamax möchte noch mehr Wohnungen bauen

Kleingartensparte Angergrund : Tamax möchte noch mehr Wohnungen bauen

Auf der teilweise geräumten Kleingartensparte Angergrund  in Babelsberg will der Investor Tamax offenbar doppelt so viele Wohnungen bauen wie ursprünglich geplant. 

Tamax will in der teilweise geräumten Kleingartenanlage Angergrund in Babelsberg Wohnungen bauen. Mehr als ursprünglich angekündigt.
Tamax will in der teilweise geräumten Kleingartenanlage Angergrund in Babelsberg Wohnungen bauen. Mehr als ursprünglich...Foto: Andreas Klaer

Babelsberg - In einem offenen Brief hat sich die Firma Tamax, Eigentümerin des Geländes der geräumten Kleingartenanlage Angergrund, an den Oberbürgermeister gewandt. Darin kündigt sie erneut an, an der Babelsberger Dieselstraße Wohnungen bauen zu wollen – sogar mehr als bisher genannt. 

Auf der Homepage der Tamax werden 300 bis 400 Wohnungen genannt. In dem 16-seitigen Schreiben, gezeichnet von den beiden Geschäftsführern Alexander und Kai-Uwe Tank, heißt es nun, die Firma wolle auf der Fläche „circa 600 Wohneinheiten bei einer Durchschnittswohnungsgröße von circa 60 Quadratmetern“ errichten. 30 Prozent davon sollen demnach Sozialwohnungen werden – eine von der Stadtpolitik so auch gewollte Vorgabe. Zudem plane man 100 weitere Wohnungen in der Amundsenstraße in Bornim, sowie 28 Erholungsgärten. 

Damit das umgesetzt werden könne, sollen „über die Aufstellung von Bebauungsplänen zunächst zügig die nötigen Planungsrechte“ geschaffen werden. Die Stadt solle auf „zusätzliche Forderungen aus dem Potsdamer Baulandmodell“ verzichten. Dann könnte die „sozialfreundliche Entwicklung und Bebauung“ innerhalb von vier bis fünf Jahren fertig sein.

Tamax wirft Presse „politisch motivierte Hetzkampagne“ vor

Ausführlich erklärt der Brief die Sicht der Firma auf den Streit um die Kleingärten. Dass „die Situation eskaliert ist, liegt allein in der Verantwortung des VGS (Verein der Garten- und Siedlerfreunde), Ihrer Stadtverwaltung, einiger Stadtpolitiker sowie zum Teil auch bei den ehemaligen Kleingärtnern selbst“. Der Presse wirft die Tamax eine „politisch motivierte Hetzkampagne“ vor. Als gebürtige Potsdamer trügen die Unternehmer die Liebe zur Stadt „in ihrem Herzen“.

Der Brief funkt in die laufenden Kompromissgespräche zum Angergrund. Wie berichtet hat Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) angekündigt, bis Mitte Mai ein Ergebnis präsentieren zu wollen. Die Stadtverordneten hatten als Zielvorgabe für die Verhandlungen mit Tamax den Erhalt der Kleingärten beschlossen. Der Brief klingt nun anders. 

Das Ende der Kleingartensparte sei seit dem 31. März „endgültig besiegelt“, heißt es dort. Aus SPD-Kreisen kam am Sonntag als erste Reaktion die Vermutung, ein offener Brief lasse vermuten, dass die Verhandlungen in einer Sackgasse stecken könnten.