• Kinderbetreuung in Potsdam: Neue Richtlinie für bessere Kitas

Kinderbetreuung in Potsdam : Neue Richtlinie für bessere Kitas

Die Stadt Potsdam zahlt 3,5 Millionen Euro für mehr Personal in Kindertagesstätten. Kita-Träger hatten kritisiert, aus Personalmangel an ihre Grenzen zu kommen.

PNN

Potsdam - Die Landeshauptstadt Potsdam stärkt die Betreuungsqualität in Potsdamer Kindertagesstätten: Eine entsprechende Richtlinie haben die Stadtverordneten am Mittwoch in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen. Demnach stellt die Stadt in diesem Jahr 500.000 Euro und in den beiden Folgejahren jeweils 1,5 Millionen Euro für eine zusätzliche pauschale Finanzierung für Personal- und Sachkosten für die pädagogische Arbeit in Kitas zur Verfügung.

Die Richtlinie regelt eine freiwillige pauschale Finanzierung für die Verbesserung von Betreuungsqualität in Kindertagesstätten, die im Bedarfsplan der Landeshauptstadt Potsdam ausgewiesen sind. Damit übernimmt die Kommune einen Teil der Finanzierung des pädagogischen Personals, weil die Finanzierung des Landes dem tatsächlichen Personalbedarf in der Landeshauptstadt nicht gerecht wird.

"Erhebliche Herausforderungen" für Kitas in Potsdam

Nach dem brandenburgischen Kita-Gesetz wird pauschal nur zwischen den Betreuungszeiten bis zu sechs Stunden oder mehr als sechs Stunden täglich unterschieden. Werden Kinder länger betreut – in Potsdam werden 46 Prozent der Krippenkinder bis zu zehn Stunden täglich betreut – muss das vorhandene Personal über die tatsächliche Betreuungszeiten gestreckt werden. Dadurch sinkt der tatsächlich vorhandene Betreuungsschlüssel in den Kitas. „Die aktuelle Situation stellt freie Träger und Kindertagesstätten aufgrund der langen Betreuungszeiten und dessen Auswirkungen vor erhebliche Herausforderungen“, sagt Mike Schubert, Beigeordneter für Soziales, Jugend, Gesundheit und Ordnung. Kita-Träger hatten zuvor kritisiert, dass sie durch wenige Mitarbeiter und knappe Budgets in Potsdam an die Grenzen ihrer Kapazitäten gelangen.

Allein der Zuschuss der Landeshauptstadt für die Kindertagesbetreuung beträgt in diesem Jahr voraussichtlich nahezu 60 Millionen Euro. Darüber hinaus werden in den kommenden drei Jahren fast 20 Millionen Euro im Krippen-, Kindergarten- und Hortbereich allein für bauliche Maßnahmen investiert.