• Kinderbetreuung in Potsdam: Mehr Kitaplätze sind noch nicht genug

Kinderbetreuung in Potsdam : Mehr Kitaplätze sind noch nicht genug

Zum Start des Kitajahres reichen die Angebote trotz Ausbau nicht. Mehr als 30 Erzieherstellen sind nicht besetzt. Ein Langzeitprojekt verschiebt sich.

In Potsdam sind derzeit 35 Erzieherstellen nicht besetzt.
In Potsdam sind derzeit 35 Erzieherstellen nicht besetzt.Foto: Ottmar Winter PNN

Potsdam - In Potsdam werden im Laufe dieses Jahres noch dutzende neue Krippen- und Kitaplätze geschaffen. Das ist auch nötig: Denn noch immer reichen die vorhandenen Plätze nicht gänzlich aus. Das hat das Rathaus auf PNN-Anfrage eingeräumt. Aktuell würden für zwölf Kinder und ihre Familien noch Betreuungsplätze ab dem 1. September gesucht, davon acht in einer Krippe, sagte Stadtsprecherin Christine Homann: Diese Eltern würden derzeit bei der Suche durch das Kita-Tipp-Büro im Rathaus „aktiv unterstützt“. Anträge auf Verdienstausfall lägen bisher nicht vor.

Zugleich machte die Sprecherin aber deutlich, dass in den nächsten Monaten weitere Betreuungsplätze für Kinder geschaffen werden, damit die Eltern möglichst ohne größere Sorgen arbeiten gehen können. Aktuell gibt es bereits 4304 Krippenplätze und 7325 in den Kindergärten. In den Horten sind es 8872 – insgesamt können also 20.501 Kinder betreut werden.

Kitaneubau auf Hermannswerder fertig

Bis Jahresende kommen zwei weitere Einrichtungen hinzu. So wird nach Angaben der Stadt ein Kitaneubau auf der Halbinsel Hermannswerder fertig. Der Träger ist hier die Hoffbauer-Stiftung, geplant sind 50 Krippen- und 76 Kindergartenplätze – davon voraussichtlich 14 für Kinder mit sogenannten besonderen Förderbedarfen. Abgeschlossen werden sollen ebenfalls die Arbeiten für einen Hort in der Gutenbergstraße 67. Die Einrichtung soll 123 Kindern Platz bieten und ist für die geplante Grundschulfiliale der Eisenhart-Grundschule vorgesehen.

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Schon zu Beginn des Kitajahres sind neue Plätze geschaffen worden, wie das im Rathaus zuständige Dezernat der Beigeordneten Noosha Aubel (parteilos) in einer aktuellen Auflistung deutlich macht – allesamt südlich der Havel. So seien in den Kitas „Sausewind“ im Zentrum-Ost, „Regenbogenland“ am Stern und Löwenzahn in der Waldstadt insgesamt 165 neue Plätze entstanden, nach dem Sanieren von bestehenden Gebäuden oder ihrer Erweiterung.

Kita-Navigator fehlt immer noch

Neben den neuen Betreuungsplätzen bleiben alte Probleme bei der Platzvermittlung. So fehlt der seit vielen Jahren angekündigte und immer wieder verschobene digitale Kita-Navigator anstelle der bislang umständlichen Platzsuche. Im Frühjahr 2020 hatte das Rathaus auf Anfrage des Linken-Stadtverordneten Sascha Krämer bekannt gegeben, dass sich der damals für Ende 2021 vorgesehene Start für dieses Online-Hilfsprogramm noch einmal verzögern werde. Nun teilte Rathaussprecherin Homann mit, derzeit erfolge „die Finalisierung der Vergabeunterlagen“. Es sei geplant, das nötige Ausschreibungsverfahren zum Ende dieses Jahres zu starten, so die Sprecherin.

Die fehlende Software ist aber nicht die einzige Schwierigkeit. Es hapert auch beim Personal: Aktuell sind noch 35 Erzieherstellen nicht besetzt, teilte die Arbeitsagentur auf PNN-Anfrage mit. Vor einem Jahr waren es noch 50. Dem stünden aktuell knapp einhundert Bewerber gegenüber. Allerdings ist nach PNN-Informationen unklar, ob die Stellen wirklich besetzt werden können – unter anderem weil nach der Erfahrung von langjährigen Jobberatern die Anforderungen der Kitaträger und die Vorstellungen der Bewerber auseinanderklaffen. Dazu gebe es auch viele ältere Erzieher mit nur noch eingeschränkter Leistungsfähigkeit, die als Bewerber geführt, aber eben nur schwer vermittelt werden könnten, hieß es aus Agenturkreisen.

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Daneben hat Familiendezernentin Aubel komplexe Kita-Finanzierungsfragen zu lösen. So verlangen Potsdamer Kitaträger inzwischen unterschiedliche Preise für die Betreuung. Allerdings will die Stadtpolitik eine Rückkehr zu einheitlichen Kita-Beiträgen. Diese wären aber laut Stadt nur zulässig, sofern sie sich am niedrigsten Höchstelternbeitrag der Träger orientieren. Sie müssten also billiger werden, was Mehrkosten bei der Stadt verursachen könnte. Eine Variantenprüfung mit Kostenschätzungen soll den Stadtverordneten wie berichtet noch im August vorgelegt werden.


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