• Gemischte Reaktionen: Trauth will Potsdams Sozialbeigeordnete werden

Keine Begeisterung in der Kommunalpolitik : Martina Trauth bewirbt sich – wieder

Martina Trauth, ehemalige Oberbürgermeister-Kandidatin, will nun Potsdams Sozialbeigeordnete werden. Die Reaktionen auf ihre Ankündigung sind gemischt. 

Martina Trauth (Linke) bewirbt sich um das Amt der Sozialbeigeordneten in Potsdam.
Martina Trauth (Linke) bewirbt sich um das Amt der Sozialbeigeordneten in Potsdam.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Es war die Überraschungsnachricht beim Potsdamer Linke-Parteitag am Samstag: Martina Trauth, jüngst noch parteilose Oberbürgermeisterkandidatin, will Rathauschef Mike Schubert (SPD) als Sozialdezernentin folgen. Dafür müsste die mittlerweile bei den Linken eingetretene Trauth eine Mehrheit im Stadtparlament hinter sich versammeln. Doch ihre Bewerbung als Sozialdezernentin hat in der Kommunalpolitik keine Begeisterung ausgelöst.

CDU: "Frau Trauth konnte beim OB-Wahlkamp nicht überzeugen"

Ablehnung kam aus der CDU. „Frau Trauth konnte bereits im OB-Wahlkampf nicht überzeugen“, sagte Unionschef Götz Friederich den PNN. Auf dem Posten sei bestmögliche Kompetenz nötig – der Anspruch dürfe es nicht sein, aus politischen Gründen jemanden zu versorgen. Im bürgerlichen Lager wurde spekuliert, ob Linke und SPD zur Offerte der 54-jährigen Trauth mögliche Vorabsprachen getroffen haben könnten.

Das bestritten die Sozialdemokraten – man reagierte zudem äußerst verhalten. „Das ist eine Bewerbung wie jede andere auch“, kommentierte SPD-Parteichef David Kolesnyk. Auch Oberbürgermeister Mike Schubert – der das Vorschlagsrecht für die Besetzung des Postens innehat – äußerte sich auf Anfrage zurückhaltend: Er bleibe bei seiner Linie, dass er noch vor der Kommunalwahl einen Kandidaten bestimmen wolle. Vorher müssten alle Bewerber in einem Prüfverfahren ihre fachliche Qualifikation für den Posten zeigen – und erst dann gehe es darum, eine möglichst breite Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung für eine Person zu finden. Zusammen hätten SPD und Linke nur eine knappe Mehrheit – und Dezernentenwahlen gelten als riskant, weil in geheimer Abstimmung getroffene Absprachen unerkannt gebrochen werden können. Vertreter anderer Parteien wie von den Grünen äußerten sich ebenfalls zurückhaltend - es gehe eben um die beste Qualifikation, hieß es unisono. 

Trauth: Ich verfüge über erforderliche Kompetenzen

Zum Sozialdezernat gehören auch das Ordnungsamt, die Feuerwehr und der Bereich Gesundheit, hingegen hatte Schubert das Jugendamt jüngst dem Bildungsressort von Noosha Aubel (parteilos) zugeschlagen. Trauth sagte den PNN, sie verfüge über die erforderlichen fachlichen und persönlichen Kompetenzen für den Posten. 1998 hatte sie im Rathaus in der Stabsstelle Gesundheits- und Sozialplanung begonnen, bevor sie 2010 zur Gleichstellungsbeauftragten gewählt wurde. Eigentlich hatten die Linken gehofft, dass Trauth nach dem OB-Wahlkampf auch bei der Kommunalwahl antritt und mit ihrer Bekanntheit punkten kann - das ist nun obsolet.