• Kein Platz für Schwimmkurse: Lebensretter fordern Bad im Norden

Kein Platz für Schwimmkurse : Lebensretter fordern Bad im Norden

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) fordert ein Bad im Potsdamer Norden. Momentan fehlten Kapazitäten für Schwimmkurse.

Das Schwimmbad blu am Potsdamer Brauhausberg.
Das Schwimmbad blu am Potsdamer Brauhausberg.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Die Landeshauptstadt hat zu wenig Schwimmbäder, um ausreichend Schwimmkurse anbieten zu können: Diese Kritik äußerte Stephan Naundorf aus dem Vorstand des Ortsverbandes der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Dienstagabend im Bildungsausschuss: „Wir haben in Potsdam ein Kapazitätsproblem.“ 
Naundorf fordert deshalb das schon lange diskutierte Bad im Potsdamer Norden.

225 Personen auf der DLRG-Warteliste

Auf der Potsdamer Warteliste seines Verbands für Schwimmkurse in der Landeshauptstadt stünden derzeit 225 Personen, davon allein 35 für das Seepferdchen und 35 für das Bronze-Schwimmabzeichen. Gerade für die Schwimmausbildung brauche man Randbahnen und passende Zeiten. Derzeit gebe es etwa Kurse für Kinder um 19 Uhr am Freitagabend im Luftschiffhafen. Er wünsche sich deshalb mehr Flexibilität bei der Vergabe der Schwimmzeiten sowie eine engere Kooperation zwischen Trägern, Schulen, Kitas, Vereinen, Bädern und Verwaltung.

Naundorf reagierte mit seiner Ansprache auf das neue Projekt für Schwimmpatenschaften des Büros Kindermut der Potsdamer Arbeiterwohlfahrt (Awo) und der städtischen Bäderlandschaft Potsdam GmbH (PNN berichteten). Damit sollen Kinder aus finanzschwache Familien bei Schwimmkursen unterstützt werden. Der Hintergrund: Laut Statistiken können immer mehr Kinder und Jugendliche nicht richtig schwimmen.

Lebensretter fordern Zusatzangebote für Brennpunktschulen

Die Initiative sei gut, sagte Naundorf, „aber sie springt etwas zu kurz“. Nach seiner Einschätzung scheitere die Schwimmausbildung nicht in erster Linie am Geld. Das Problem sei auch, dass viele Kinder nach dem einen Halbjahr Schwimmunterricht in der dritten Klasse kaum Kontakt zum Wasser hätten. Zusatzangebote gerade an Brennpunktschulen könnten helfen, so Naundorf. Bäderlandschafts-Geschäftsführerin Ute Sello dagegen betonte, seit der Eröffnung des Schwimmbads am Brauhausberg gebe es bei den Schwimmkursen der Bäder keine Wartelisten mehr. Tina Lange (Linke) berichtete aber, sie habe für ihr Kind ein Jahr auf einen Platz im Schwimmkurs gewartet. „Wir müssen dringend an das Kiezbad im Norden ran“, so Lange.