Potsdam : Kaufhaus-Geschichte

Erbaut 1905, zerstört im Krieg, sieben Jahre leer

Erbaut 1905, zerstört im Krieg, sieben Jahre leer Der Kern des Potsdamer Warenhauses entstand im Jahre 1905 für die Firma F. Schwarz. Bereits 1906 ging das Haus an Hermann Ploschitzky über. Seine Firma wandelte sich 1914 zur Aktiengesellschaft Lindemann & Co. In den Jahren 1928/29 ließ Paul Lindemann das Kaufhaus umbauen und erweitern, wobei er die Grundstücke Jägerstraße 13/14 einbezog. Auf diesen Umbau geht die Gestalt zurück wie sie bis 2003 bestand. Durch Fusionsverträge zwischen der Berliner Lindemann & Co. AG und der Hamburger Rudolf Karstadt AG entstand schließlich das „Warenhaus Karstadt“ in Potsdam. Zwei Jahre vorher, im Jahre 1927, entstand als architektonischer Höhepunkt der Warenhausarchitektur am Berliner Hermannplatz ein imposantes Karstadt-Kaufhaus mit drei großen Lichthöfen, einem eigenen U-Bahn-Anschluss und einer als Restaurant ausgebildeten Dachterrasse. Im Vergleich zur großen Kaufhausarchitektur in Berlin nahm sich Potsdam bescheiden aus. Im Krieg trug der Bau schwere Schäden davon. Schon 1946 erfolgte der Wiederaufbau. Karstadt war 1945 auf Befehl der sowjetischen Militäradministration enteignet worden – aus seinem wieder aufgebauten Haus wurde das „Warenhaus Konsument“. Zusammen mit dem gegenüber liegenden HO-Einrichtungshaus war es der Haupteinkaufsort für Potsdamer und Besucher aus dem Umland. Vor Festtagen konnte es die Kundenmassen kaum fassen, nur mühsam bewegte sich der Menschenstrom auf den Granitstufen vorwärts, um in die drei Kaufhausetagen zu gelangen. Seit 1990 betrieb der Verband der Konsumgenossenschaft in Zusammenarbeit mit der Horten AG – beide bildeten zusammen eine Betreibergesellschaft – das Haus praktisch mit unverändertem Konzept weiter. Und weil es damals noch keine Konkurrenten gab, lief das Geschäft erfolgreich. Nach einem Brand, nach dem Untergang von Horten und der Rückübertragung des Grundstücks an Karstadt stand das Haus als Brandruine fast sieben Jahre ungenutzt. Bauherr des neuen Karstadt-„Stadtpalais“ ist die Oppenheim-Esch-Gruppe. Die Oppenheim-Bank hat eine Reihe privater Investoren eingeworben, um die notwendigen Finanzmittel für den Neubau zu beschaffen. Die Planung besorgte das Düsseldorfer Architekturbüro RKW, Generalunternehmer für das 50-Millionen-Euro-Projekt ist das Unternehmern Hochtief Construction. G.S.

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