• Kasernengelände Krampnitz: „Für uns ein Pilotprojekt“

Kasernengelände Krampnitz : „Für uns ein Pilotprojekt“

Der Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn im Interview über Krampnitz.

Foto: Andreas Klaer

Herr Zahn, viele verbinden mit Krampnitz vor allem juristische Auseinandersetzungen und dubiose Geschäfte. Warum beschäftigt sich die Deutsche Wohnen AG mit einem solchen Projekt?

Wir waren von Anfang an überzeugt, dass wir gemeinsam mit der Stadt eine gute Lösung finden – zudem ist Potsdam für uns ein Kerngebiet, gute Entwicklungsflächen aber Mangelware. Außerdem reizte uns der Bestand an denkmalgeschützten Kasernen.

Aber Sie planen ja auch Neubauten.

Ja. Etwa ein Drittel werden Neubauten sein, deren Architektur sich an die alten Kasernen anlehnen soll. Wir haben hier die Chance, Stadtentwicklung zu betreiben, ein neues Stadtquartier zu bauen. Das ist für uns auch ein Pilotprojekt.

Bislang verbindet man Ihr Unternehmen in Potsdam nur mit der Eisenbahnersiedlung in Babelsberg. Tatsächlich gehören hier fast 2000 Wohnungen zum Bestand.

Wir haben Bestände quer über das ganze Stadtgebiet verteilt, in der Waldstadt II, in der Innenstadt, Am Stern gehört uns ein Seniorenwohnheim. Ich selbst lebe seit vier Jahren auch hier, in Babelsberg.

Die Deutsche Wohnen stand zuletzt massiv in der Kritik. Vor allem in Berlin gab es Vorwürfe, Sie würden die Mieten hochtreiben und den Mietspiegel nicht anerkennen.

Wir müssen die Kosten im Blick behalten. Wenn in Berlin Politiker sagen, bietet Wohnungen für 6,50 Euro pro Quadratmeter an, dann müssen wir bei anderen 13 bis 14 Euro nehmen. Das machen wir aber nicht, das ist nicht unsere Zielgruppe. Und was den Mietspiegel angeht, haben wir nur kritisiert, dass die Methoden, nach denen er erstellt wurde, nicht wissenschaftlich untermauert sind. Natürlich halten wir uns aber an das Papier. Im Übrigen: Wir haben in Berlin 110 000 Wohnungen im Bestand – und die Hälfte unserer Mieter zahlen weniger als fünf Euro pro Quadratmeter.

Michael Zahn, 53, hat in Freiburg Volkswirtschaft studiert. Seit 2008 ist er Vorstandschef der Deutsche Wohnen AG, seit 2014 auch Aufsichtsratschef der TLG Immobilien AG.

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