• Kalesse-Nachfolge wird neu ausgeschrieben: Denkmalamt bleibt vorerst führungslos

Kalesse-Nachfolge wird neu ausgeschrieben : Denkmalamt bleibt vorerst führungslos

Der wichtige Posten des Potsdamer Chefdenkmalpflegers bleibt einstweilen vakant. Die geplante Besetzung mit der Leiterin des Amtes für Bau- und Kunstpflege Verden der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, Andrea Behrendt, ist vorerst gescheitert. Die Stelle werde „kurzfristig neu ausgeschrieben“, teilte eine Rathaussprecherin am Dienstag mit. Interimsweise soll der Bereich Denkmalpflege nun von dessen Vizechef Matthias Kartz geführt werden, hieß es.

Dabei hatte die Personalie eigentlich längst geregelt sein sollen. Potsdams langjähriger Stadtkonservator Andreas Kalesse war bereits Ende Februar in den Ruhestand verabschiedet worden, zu diesem Zeitpunkt stand Behrendt als Nachfolgerin verwaltungsintern bereits fest. Sie war die Wunschkandidatin von Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos), der ihr den Vorzug gegenüber der langjährigen Potsdamer Gebietsdenkmalpflegerin Sabine Ambrosius gegeben hatte, die wiederum die Favoritin von Fachbereichsleiter Markus Beck gewesen war.

Gescheitert ist die Neubesetzung an dem Beamtenverhältnis Behrendts in Niedersachsen, das sie nach PNN-Informationen entweder nach Brandenburg mitnehmen oder zumindest die entsprechenden Vergünstigungen behalten wollte. Als Beamtenstelle war der Job allerdings nicht ausgeschrieben. Ohnehin macht der Anteil von Beamten in der Stadtverwaltung nur etwas mehr als zehn Prozent aus. Bis zuletzt war man in der Bauverwaltung dennoch davon ausgegangen, dass die Schwierigkeiten überwunden werden können. Letztlich stimmte das Land aber nicht zu. „Es ist schade, dass es solche formalen Hürden gibt“, sagte Rubelt gestern den PNN. Wenn man gute Führungskräfte holen und auch halten wolle, müsse man auch Entgegenkommen zeigen. Aus diesem Grunde soll die Ausschreibung nun auch für Beamte geöffnet werden. Ob sich Behrendt aber ein zweites Mal dem Bewerbungsverfahren stellt, ist unklar. In jedem Fall soll das Verfahren „schnellstmöglich abgeschlossen“ werden, so die Stadt.

Der letzte Stadtkonservator hatte in Potsdam eine Ära geprägt. Andreas Kalesse war kurz nach der Wende Potsdams Stadtkonservator geworden und hatte dieses Amt mehr als 27 Jahre inne. Fachlich genoss der gebürtige Berliner einen hervorragenden Ruf, seine Verdienste um die Rettung und Wiederherstellung des Potsdamer Bauerbes sind kaum zu überschätzen. Allerdings agierte er in späteren Jahren zuweilen auch selbstherrlich und arrogant. 

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