• Jugendzentrum statt Kirchenschiff: Bischof unterstützt Schuberts Garnisonkirchen-Pläne

Jugendzentrum statt Kirchenschiff : Bischof unterstützt Schuberts Garnisonkirchen-Pläne

Landesbischof Markus Dröge findet den Vorschlag einer Jugendbegegnungsstätte gut. Auch wenn sie zulasten des Kirchenschiffs errichtet würde. 

Die Baustelle für den Garnisonkirchturm.
Die Baustelle für den Garnisonkirchturm.Foto: Andreas Klaer/PNN

Potsdam - In der Debatte um den Kompromissvorschlag zur Garnisonkirche stellt sich der evangelische Landesbischof Markus Dröge hinter Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD). Dessen Idee, einen Lernort und eine Jugendbegegnungsstätte auf den Weg zu bringen, decke sich mit dem Nutzungsansatz der Baustiftung, sagte Dröge jetzt dem Evangelischen Pressedienst. Das Ziel der Stiftung Garnisonkirche, an die Geschichte zu erinnern, Verantwortung zu vermitteln und Versöhnung zu leben, sei in Ansätzen bereits im aktuellen Veranstaltungsprogramm und im Raumprogramm für den Turm erkennbar, betonte Dröge: „Mit der Idee des Oberbürgermeisters können sie auf die Kubatur des Kirchenschiffs erweitert werden.“

Die Stiftung selbst hatte sich nicht weiter zur Idee der Jugendbegegnungsstätte geäußert, sich als Bauherrin aber „offen für alle kooperativen Gedankenansätze“ gezeigt. Harsche Kritik hatte die Bürgerinitiative Mitteschön geübt, weil man ein modernes Gebäude neben dem Barockturm der Garnisonkirche fürchtet. 

Gegner sprechen von "Scheinkompromiss" 

Auch aus Kreisen der Gegner des Projekts kam Kritik, sie sehen das benachbarte Kunsthaus Rechenzentrum in Gefahr, sollte ein weiteres Gebäude errichtet werden. Ferner teilte die Initiative „Potsdam ohne Garnisonkirche“ jetzt mit, es handele sich um einen „Scheinkompromiss“, der Turmbau an sich werde nicht infrage gestellt – was mit Blick auf die Millionenförderung durch den Bund „im Widerspruch zu einer effizienten Nutzung öffentlicher Gelder und einer zeitgenössischen Nutzung städtischer Flächen“ stehe.

Schubert hatte zu seinem Vorschlag ausgeführt, dass die Architektur der Begegnungsstätte diesen Anforderungen folgen müsse, wenn es neben dem Turm errichtet werden sollte. Bis 2023 solle dafür ein inhaltliches Konzept erarbeitet werden, das sich auch mit der Frage der Trägerschaft und der Finanzierung befasst. Im Stadtparlament hatte sich abgezeichnet, dass Schuberts rot-grün-rotes Bündnis die Pläne mittragen könnte. (mit epd)