Potsdam : Jugendkultur: Streit um Finanzen droht

Um die Finanzierung der Jugend-Projekte „Freiland“ und „Archiv“ kündigt sich Streit an: Während Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) gestern vor den Stadtverordneten zusicherte, sich für die Realisierung des „Freiland“-Projektes und den Erhalt des „Archiv“ einzusetzen, wehrte sich Potsdams neue Kulturbeigeordnete Iris Jana Magdowski (CDU) dagegen, Jugendkultur vornehmlich mit Geld aus ihrem Ressort zu bezahlen. Magdowski sagte bei einer Diskussion mit Jugendlichen am Dienstagabend auf dem Bassinplatz, der Sozialhaushalt ihrer Beigeordneten-Kollegin Elona Müller (parteilos) sei wesentlich größer als der Kulturtopf – dort gebe es mehr „Spielräume“. Als bereits praktiziertes Beispiel nannte sie „Freiland“, für das vor allem der Fachbereich Soziales zahlen soll.

Gestern präzisierte Magdowski auf PNN-Anfrage ihre Vorstellungen: Gerade bei Kulturhäusern gehe es „um alles oder nichts“ bei der Förderung. Dagegen seien im Sozialbereich auch bei gesetzlichen Pflichtaufgaben der Stadt noch Einsparungen möglich, wenn entsprechende Standards gesenkt würden, so Magdowski. Auch leiste sich Potsdam bestimmte freiwillige Sozialausgaben, die in anderen Städten „Luxus“ seien – etwa bei der Frauenförderung. „Doch das sind eben politische Prioritätensetzungen.“ Auch auf dem gestern von den Stadtverordneten beschlossenen Workshop zu den ungelösten Fragen der Jugendkultur ging Magdowski ein: Dieser werde lediglich unter „Beteiligung“ ihres Ressorts stattfinden. Bis Januar soll im Workshop eine „konsensfähige Lösung“ erarbeitet werden.

Auf dem „Freiland“-Areal in der Friedrich-Engels-Straße soll ein Ersatz für das geschlossene „Spartacus“-Jugendhaus entstehen. Das alternative Kulturzentrum „Archiv“ in der Leipziger Straße ist wegen Baumängeln von der Schließung zum Jahresende bedroht. HK/SCH

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