• Jugend und Medien: Märchen vom Heilmittel gegen das Coronavirus

Jugend und Medien : Märchen vom Heilmittel gegen das Coronavirus

Im wahren Leben gibt es noch kein Heilmittel gegen das Coronavirus. Im Märchen schon. Eine Potsdamer Schülerin erzählt in ihrer Geschichte, wie die Menschheit gerettet wird.  

Keana Zeiske
Eine Zeichnung von Keana Zeiske.
Eine Zeichnung von Keana Zeiske.Foto: Keana Zeiske

Es war einmal ein kleines Virus. Es hieß Corona. Es wohnte in den Lungen aller Lebewesen und fraß sie langsam auf.

Eines Tages sagte der Großvater zu seinem Enkelkind: „Mein liebes Kind, ich spüre es. Corona ist nun auch in mir.“ Und er hustete, dass dem armen Kind angst und bange wurde. „Großvater, ich verspreche dir, ich werde dich retten“, sprach das Kind und zog von dannen.

Auf direktem Wege kam es zur weisen alten Dame. Dort sprach es: „Hilf mir, weise alte Dame. Mein Großvater hat Corona. Ich muss ihn retten.“ „Mein Kind, ich kann dir wohl helfen. Aber vor dir liegt ein langer schwerer Weg.“ „Was muss ich tun?“, fragte das Kind. „Ich schrecke vor nichts zurück.“ Die weise alte Dame antwortete: „Drei Herausforderungen musst du bestehen. 

Als erstes schwimme durch den Coronafluss und bringe mir die Coronaalge. Doch gib gut auf die Kronenstrudel acht. Sie könnten dich würgen und du würdest ersticken. Gehe dann durch die Keimöde, doch nimm dich in acht vor den hustenden Kamelen. Sie husten so laut, dass sie eine Lawine auslösen und du nicht mehr lebend aus der Keimöde herauskommst. Dort bitte bringe mir eine Hand voll keimlosen Sand. Als drittes, mein liebes Kind, gehe zum Coronaball. Doch dort darfst du mit keiner Menschenseele reden. Von dort bringe mir ein Stück Stoff vom Gewand der Ballkönigin. Mit diesen drei Artefakten werde ich deinen Großvater heilen. Nur Mut!“

Die Zacken der Coronaalge funkelten golden

Das Kind prägte sich alles ein und ging los zum Coronafluss. Frohen Mutes sprang es hinein. Immer wieder musste es den plötzlich vor ihm auftauchenden Kronenstrudeln ausweichen. Um seine Aufgabe zu erfüllen, holte es tief Luft und tauchte bis zum Grund des Flusses, um nach der Coronaalge Ausschau zu halten. Diese war leicht zu finden, da ihre Zacken im Wasser golden funkelten. Das Kind schwamm zur Alge, zog ein Stängelchen heraus und tauchte wieder auf. Als es draußen war, freute es sich, dass es die Aufgabe so schnell lösen konnte.

Lange wanderte es durch die Keimöde und bekam weder eine andere Landschaft noch Bewohner der Keimöde zu Gesicht. So ging es und ging. Plötzlich rutschte es aus. Es versuchte, sich wieder aufzurichten, doch es gelang ihm nicht. „Hilfe!“, schrie es. Da aber keine Menschenseele in Sicht war, konnte ihm niemand helfen. Langsam begann sich alles zu drehen. Dann wurde ihm plötzlich schwarz vor Augen.

Als es aufwachte, fand es sich auf einer wunderschönen Wiese wieder. Auf dieser Wiese blühten die verschiedensten Blumen. Das Kind stand auf, schaute sich um und fragte sich, wo es wohl sei. Nach einer Weile sah es eine Traube von Menschen, die auf ein wunderschönes Schloss zugingen. Da erinnerte sich das Kind an die letzte Aufgabe der alten weisen Dame: „Gehe zum Coronaball, aber rede mit keiner Menschenseele!“ So ging das Kind auf das Schloss zu. Als es eintreten wollte, hörte es ein singendes Stimmchen: „Wer bist du?“, fragte das Stimmchen. Die Stimme war so verlockend, dass das Kind antworten wollte. Doch dann erinnerte es sich wieder an die Aufforderung der alten weisen Dame, mit niemandem zu reden. So nickte es nur höflich und trat ein. 

Glückwünsche kamen von allen Seiten

Sofort wurde es von der Schönheit des Schlosses überwältigt. So viele Menschen auf einem Fleck hatte es noch nie zuvor gesehen. Es schaute sich um und aß von dem merkwürdigsten Essen, das es je gesehen hatte. Doch jetzt musste es sich konzentrieren. Plötzlich ertönte ein lauter Gong und eine Stimme erklang: „Applaus für unsere diesjährige Ballkönigin und unseren diesjährigen Ballkönig!“ Auf einmal richteten sich alle Blicke auf sie. Alle Menschen um es herum beglückwünschten das Kind auf das Herzlichste. Das arme Kind wusste kaum, wie ihm geschah. Doch dann schaute es an sich hinunter und siehe da: Es trug ein wunderschönes, seidenes Gewand, das in allen Farben glitzerte und schimmerte.

Und wieder ertönte aus dem Nichts eine Stimme. Diese Stimme war dem Kind nicht fremd. Es war die alte weise Dame. Sie sagte: „Du hast deine Aufgaben erfolgreich gemeistert. Du bist durch den Coronafluss geschwommen und hast ein Stück der Coronaalge mitgenommen. Du bist durch die Keimöde gewandert, auf der Suche nach dem keimlosen Sand. Auch diesen hast du gefunden. Und nun stehst du hier auf dem Coronaball und trägst das Gewand der Ballkönigin. Du hast dich allen Aufgaben gewidmet und darfst nun wieder mit mir mitkommen.“ Das Kind schloss für einen Moment seine Augen, um sich zu vergewissern, dass es nicht träumte. Als es die Augen wieder öffnete, war es nicht mehr auf dem Ball.

Der Großvater ist gerettet

Etikett, auf dem in schönster Schrift geschrieben stand: „Heilmittel Coronavirus“. Das Kind freute sich, obwohl es nicht wusste, wie es wieder hierher gelangt war.

"Komm her.“ Das Kind fiel in die Arme seines Großvaters. Nach einer Weile sagte es: „Großvater. Ich habe das Heilmittel gegen das Coronavirus. Nimm es. Es wird dir bald besser gehen. Und wie das Kind sprach, nahm der Großvater einen großen Schluck des Heilmittels. Und siehe da: Dem Großvater ging es besser und besser und das Heilmittel vermehrte sich auf magische Weise wieder neu. Da war das Kind froh und sprach: „Großvater, Großvater. Siehst du das? Das Heilmittel vermehrt sich. Wir können auch all den anderen Menschen helfen. Wenn das Heilmittel nie zu Ende geht, wird es für alle reichen.“ Und so zogen das Kind und sein Großvater am nächsten Tag los und heilten alle Menschen vom Coronavirus.

Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute glücklich und mit dem Heilmittel bis an ihr Lebensende.




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