• Jüdische Frauen in Deutschland: Geiger Kolleg erinnert an Rabbinerinnen

Jüdische Frauen in Deutschland : Geiger Kolleg erinnert an Rabbinerinnen

Sanssouci - Mit einer Konferenz will das Potsdamer Abraham Geiger Kolleg an die Emanzipationsgeschichte jüdischer Frauen in Deutschland erinnern. Die Tagung mit dem Titel „The Role of Women’s Leadership in Faith Communities“ findet vom 17. bis 19. November auf dem Campus der Universität Potsdam am Neuen Palais statt, wie das Kolleg mitteilte.

Anlass für die Tagung sei die Ordination der ersten jüdischen Rabbinerin, Regina Jonas, die vor 80 Jahren an der Berliner Hochschule für die Wissenschaft ihr Diplom erhalten habe, hieß es. Dies sei der Beginn der Gleichberechtigung jüdischer Frauen in geistlichen Ämtern gewesen, die allerdings mit der Schoa ein jähes Ende gefunden habe. Bei der interdisziplinären Tagung, die das Geiger Kolleg gemeinsam mit der School of Jewish Theology ausrichtet, soll auch ein Vergleich zwischen den Emanzipationsprozessen in Judentum und Christentum gezogen werden. Den Festvortrag im Berliner Centrum Judaicum hält nach Angaben der Organisatoren Rachel Elior von der Hebrew University of Jerusalem, zum Abschluss in der Potsdamer Nikolaikirche spricht die Präsidentin der Central Conference of American Rabbis, die Rabbinerin Denise L. Eger aus Los Angeles. Insgesamt werden zu der Konferenz fast 40 Teilnehmer aus Europa, Amerika und Asien erwartet.

Das Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam ist nach eigenen Angaben die erste Rabbiner- und Kantorenausbildungsstätte in Mitteleuropa nach der Schoa. Träger sind der Bund, das Land Brandenburg, die Kultusministerkonferenz, der Zentralrat der Juden in Deutschland und die Leo Baeck Foundation. Die ersten Rabbiner wurden bereits 2006 in Dresden ordiniert. PNN

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.