• Josephinen-Krise in Potsdam: Bergmann-Klinikum will Bewohner unterstützen
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Josephinen-Krise in Potsdam : Bergmann-Klinikum will Bewohner unterstützen

Das kommunale Unternehmen hat eine Hotline für die mehr als 100 Senioren eingerichtet, die von der Massenkündigung betroffen sind. Unterstützung bietet auch das gemeinnützige Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege.

Die Josephinen-Wohnanlage in der Burgstraße.
Die Josephinen-Wohnanlage in der Burgstraße.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Das kommunale Klinikum "Ernst von Bergmann" in Potsdam will den von Massenkündigungen betroffenen mehr als 100 Senioren der Josephinen-Wohnanlage in der Innenstadt Unterstützung anbieten. Ab sofort sei unter Tel.: 0331 241 34 055 eine Hotline für Betroffene und Angehörige geschaltet, sagte Hans-Ulrich Schmidt, Sprecher der Klinikum-Geschäftsführung, den PNN. Per Telefon oder E-Mail ([email protected]) stünden Mitarbeitende des Klinikums bereit, um den individuellen Bedarf der von den Kündigungen Betroffenen aufzunehmen und Angebote zu machen.

"Für uns ist es nicht nachvollziehbar, wie ein Investor so mit seinen Mietern umgehen kann", sagte Schmidt. "Es geht um Menschen, die Betreuung benötigen und Hilfe suchen, da gibt es eine soziale Verantwortung." Dieser wolle das Bergmann-Klinikum mit seinen Tochterunternehmen und Kooperationspartnern gerecht werden und daher seine Unterstützung als kommunaler Akteur anbieten. "In dieser Situation muss man sich bewegen und den Menschen helfen." Schmidt betonte, es gehe dem Bergmann-Konzern "um Hilfestellung, nicht ums Geldverdienen oder um Marktanteile oder Übernahmen".

Hans-Ulrich Schmidt, Sprecher der Klinikum-Geschäftsführung.
Hans-Ulrich Schmidt, Sprecher der Klinikum-Geschäftsführung.Foto: Andreas Klaer

Gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern könne das Bergmann zahlreiche möglicherweise benötigte Dienstleistungen anbieten - von Essen auf Rädern, Pflege und Betreuung über Hausmeister- und technische Dienstleistungen bis zum Concierge-Service. "Hier zeigt das kommunale Netz der Bergmann-Klinikgruppe seine Stärke", so Geschäftsführer Schmidt. 

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Oberbürgermeister soll mit Inhaber verhandeln

Die SGG Soziale Grundbesitzgesellschaft Potsdam mbh, eine Tochter der MK-Kliniken AG aus Hamburg, hatte den Bewohnern der Josephinen-Wohnanlage wie berichtet mit der Begründung gekündigt, dass der marode Speisesaal auf absehbare Zeit nicht saniert werden könne und Pflegepersonal fehle. Angehörige und Anwohner wollen nun mit Hilfe eines Muster-Widerspruchsschreibens gegen die Kündigungen vorgehen. 

Auf der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch wurde auf Antrag der rot-grün-roten Rathauskooperation mit großer Mehrheit beschlossen, dass Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) persönlich mit dem Inhaber verhandeln soll. Ziel müsse es sein, die Einrichtung und deren Pflege- und Serviceangebote dauerhaft zu erhalten. Die Anwohner sollen beratend unterstützt werden.

Hilfe auch aus Nauen

Ein Unterstützungsangebot macht auch das gemeinnützige Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege mit Sitz in Nauen. Man wolle den Mieter:innen ein Angebot, damit diese in altersgerechte Wohnungen in ein Potsdamer Neubauquartier umziehen können, teilte das Unternehmen in einer Mitteilung mit. In der Georg-Hermann-Allee am Volkspark würden gerade 274 barrierefreie Wohnungen und vier ebenerdige Wohngemeinschaften für Senior:innen mit und ohne Demenz errichtet. "Zwei WGs sind ab 1. Dezember 2021 bezugsfertig - somit könnten zehn Menschen aus der Josephinen-Wohnanlage hier einziehen." Die Bewohner würden dort von einem professionellen Pflegedienst betreut. Für Fragen könne man sich an die Sozialstation Potsdam unter Tel.: (0331) 70 48 876 wenden.


* In einer ersten Version des Textes hieß es, die MK-Kliniken AG habe den Bewohnern gekündigt. Das ist nicht korrekt. Es handelte sich um die SGG Soziale Grundbesitzgesellschaft Potsdam mbh, eine Tochter der MK-Kliniken AG aus Hamburg. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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