• Jauch wird hinter Glas gedankt Rekonstruierte Tafel am Fortunaportal eingeweiht

Potsdam : Jauch wird hinter Glas gedankt Rekonstruierte Tafel am Fortunaportal eingeweiht

Schlichte Ehrung. Die Künstlerin Christine Weiss vor der Platte für Jauch.Alle Bilder anzeigen
Foto: A. Klaer
25.03.2014 22:10Schlichte Ehrung. Die Künstlerin Christine Weiss vor der Platte für Jauch.

Innenstadt - Wann die erste Tafel eigentlich verschwunden ist, weiß heute keiner mehr so genau – seit dem gestrigen Dienstag hängt nun eine Neufassung am Fortunaportal. Neben einigen Daten zur Geschichte des Baus wird mit der schlichten und zurückhaltenden Glasplatte an die Initiatoren des Wiederaufbaus erinnert: dem Fortunaportal-Förderverein sowie dem TV-Moderator Günther Jauch und den Mitgliedern des Bundesverbandes der Deutschen Zementindustrie als den Hauptsponsoren.

Um eine Ehrung für das Engagement Jauchs als Initiator für den Wiederaufbau des Stadtschlosses hatten die Stadtverordneten noch Anfang des Jahres heiß diskutiert – Anlass war ein Antrag der Fraktion der Potsdamer Demokraten für eine Stele für Jauch, zu dem es dann verschiedene Zusatzvorschläge gab (PNN berichteten). Hintergrund für den Antrag war die im vergangenen Jahr enthüllte Stele für den Software-Milliardär Hasso Plattner zur Erinnerung an dessen millionenschwere Spende für die Landtagsfassade gewesen.

Zur Wiedereinweihung der Platte für Jauch am gestrigen Dienstag ließen sich aus dem Stadtparlament allerdings nur die Linken blicken: Neben dem Stadtfraktionschef und Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Scharfenberg kamen auch Birgit Müller und Katrin Schröter zum Termin am Alten Markt und zeigten sich von dem Ergebnis angetan. „Damit bleiben uns weitere Stelen erspart“, sagte Scharfenberg.

Dass die im Oktober 2002 angebrachte Platte offenbar duch Randalierer zerstört wurde, sei erst nach der Übergabe des Geländes an das Land 2009 bei der Vorbereitung der nötigen Sanierung aufgefallen, sagte Ingrid Mattern, die Sprecherin des Landesfinanzministeriums, das für den Landtagsbau zuständig war. Damals habe man an der Wand die vier goldfarbenen Schrauben bemerkt. „Dann haben wir in den Akten nachgeforscht“, berichtet Mattern. Im Dezember 2013 sei die neue Tafel bei Christine Weiss beauftragt worden – die Berliner Künstlerin hatte auch das Original entworfen.

Die neue Platte besteht wie der Vorgänger aus Sicherheitsglas, der Text ist auf die Rückseite per Sandstrahler eingraviert, sodass für den Betrachter der Eindruck entsteht, er schwebe hinter Glas. „Die Platte sollte den Bau nicht dominieren – sie ist unspektakulär und das soll sie auch sein“, erklärte die Künstlerin am Dienstag. Mit dem Anbringen musste auf wärmere Temperaturen gewartet werden, weil die Farbe am Fortunaportal empfindlich sei, erläuterte sie.

Bezahlt wurde die Gestaltung vom Finanzministerium im Rahmen der Sanierungsarbeiten am Portal, wie Ministeriumssprecherin Mattern sagte: „Nun hoffen wir sehr, dass durch die Rekonstruktion der Tafel diejenigen, die sich für eine Ehrung für Jauch eingesetzt haben, zufrieden sind.“ jaha

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