• Jahrzehnt-Rückblick für Potsdam: Zehn Jahre, zehn Bilder

Jahrzehnt-Rückblick für Potsdam : Zehn Jahre, zehn Bilder

Von Champions-League-Sieg bis Stadtwerkeskandal, von der Freude über ein neues Schloss bis zum Entsetzen über einen Kindsmord: Das hat Potsdam im ablaufenden Jahrzehnt bewegt. Ein Rückblick in Bildern und Zahlen

Das Filmmuseum und das Stadtschloss - im Hintergrund die Nikolaikirche. 
Das Filmmuseum und das Stadtschloss - im Hintergrund die Nikolaikirche. Foto: Sebastian Gabsch PNN


2010: Fußballkrimi im spanischen Getafe

Turbine Potsdam gewinnt das Champions-League-Finale 2010.
Turbine Potsdam gewinnt das Champions-League-Finale 2010.Foto: Manfred Thomas

Die Frauenfußballerinnen des 1. FFC Turbine Potsdam gewinnen das Champions-League-Endspiel gegen den vorherigen Titelträger Olympique Lyon – im Elfmeterschießen. Es ist der bislang größte Erfolg der Vereinsgeschichte der Potsdamer Kickerinnen.

2011: Das Ende der Paffhausen-Ära

Peter Paffhausen erklärt im Mai 2011 seinen Rücktritt als Stadtwerke-Chef.
Peter Paffhausen erklärt im Mai 2011 seinen Rücktritt als Stadtwerke-Chef.Foto: Andreas Klaer

Stadtwerkechef Peter Paffhausen, einer der mächtigsten Männer in der Stadt, muss nach einer Spitzel- und Filzaffäre zurücktreten. Ein ehemaliger Stasi-Mitarbeiter soll in seinem Auftrag den ProPotsdam-Chef ausspioniert haben. Vorgeworfen werden ihm auch Geheimgeschäfte mit dem Fußballverein SV Babelsberg 03, die Staatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen später gegen Zahlung von 35.000 Euro ein.

2012: Geburtstag beim König

Am Grab von Friedrich II. am Schloss Sanssouci versammelten sich zu seinem 300. Geburtstag am 24. Januar 2012 Hunderte Menschen - teilweise verkleidet.
Am Grab von Friedrich II. am Schloss Sanssouci versammelten sich zu seinem 300. Geburtstag am 24. Januar 2012 Hunderte Menschen -...Foto: Manfred Thomas

Unter dem Motto „Friedrich 300“ wird das Jubiläum von Preußenkönig Friedrich II. begangen. An Friedrichs Geburtstag am 24. Januar kommt es am Grab vor Schloss Sanssouci zu einem Aufmarsch von hunderten kostümierter Friedrich-Fans – und einiger Preußen-Kritiker. Die Schlösserstiftung freut sich über neue Besucherrekorde. Allein das Neue Palais, wo die „Friederisiko“-Ausstellung zu sehen ist, besichtigen 332.000 Gäste.

2013: Das ist kein Schloss

Schriftzug an der Fassade des Landtags am Alten Markt in der Potsdamer Innenstadt.
Schriftzug an der Fassade des Landtags am Alten Markt in der Potsdamer Innenstadt.Foto: Sebastian Gabsch

Das Landtagsschloss am Alten Markt wird nach drei Jahren Bauzeit im Herbst übergeben. „Ceci n’est pas un château“ – Dies ist kein Schloss – steht in goldenen Lettern an der von Hasso Plattner bezahlten Knobelsdorff-Fassade, eine Idee der Potsdamer Künstlerin Annette Paul. Zu den zwei Tagen der offenen Tür zur Einweihung im Januar 2014 kommen mehr als 22.000 Besucher

2014: Drehort Glienicker Brücke

Filmset für den Film "Bridge of Spies" von Steven Spielberg auf der Glienicker Brücke in Potsdam.
Filmset für den Film "Bridge of Spies" von Steven Spielberg auf der Glienicker Brücke in Potsdam.Foto: Manfred Thomas

Der Hollywood-Regisseur und mehrfache Oscar-Preisträger Steven Spielberg verfilmt die Geschichte des ersten Agentenaustausches auf der Glienicker Brücke 1962. Gedreht wird für „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ mit Tom Hanks in der Hauptrolle auch am Originalschauplatz, die Brücke wird von den Babelsberger Filmhandwerkern in ihren DDR-Zustand zurückversetzt.

2015: Trauer um Elias

Mehrere Hundert Menschen gedachten dem getöteten Elias im Wohngebiet am Schlaatz.
Mehrere Hundert Menschen gedachten dem getöteten Elias im Wohngebiet am Schlaatz.Foto: Andreas Klaer

Als der sechsjährige Elias im Sommer im Stadtteil Schlaatz verschwindet, ist die Anteilnahme groß, hunderte beteiligen sich an der Suche – erfolglos. Im Herbst die erschütternde Gewissheit: Der Junge ist entführt, missbraucht und ermordet worden. Der Täter Silvio S. hat neben Elias auch das Leben des Berliner Flüchtlingsjungen Mohamed auf dem Gewissen. Er wird dafür später zu lebenslanger Haft verurteilt.

2016: Potsdam wehrt sich

Bei der jeder Pogida-Veranstalter waren die Gegendemonstranten in großer Überzahl.
Bei der jeder Pogida-Veranstalter waren die Gegendemonstranten in großer Überzahl.Foto: Andreas Klaer

Die fremdenfeindliche Pogida-Bewegung lädt von Jahresbeginn an im Wochentakt zu rechten Aufmärschen ein. Hunderte Gegendemonstranten protestieren jeweils gegen die sogenannten „Abendspaziergänge“, die in der Folge immer weiter an Zulauf verlieren. Im Sommer kommt es zur letzten Demo des Pogida-Klons „Freie Patrioten Potsdam“.

2017: Kunststück am Alten Markt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht am 20. Januar 2017, bei einem Rundgang anlässlich der offiziellen Eröffnung des Museums Barberini, vor dem Gemälde "Herbst in Jeufosse" von Claude Monet.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht am 20. Januar 2017, bei einem Rundgang anlässlich der offiziellen Eröffnung des Museums...Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Das von Hasso Plattner gestiftete Kunstmuseum Barberini wird im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit einer Schau französischer Impressionisten eröffnet. Das Foto mit der deutschen Regierungschefin vor einem Monet-Gemälde entstand zeitgleich mit der feierlichen Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump und machte weltweit die Runde. Das Barberini landet auf Anhieb unter den beliebtesten Potsdamer Sehenswürdigkeiten: Im ersten Jahr werden 525.000 Besucher gezählt.

2018: Staffelübergabe

Mike Schubert (SPD) wird zum Oberbürgermeister in Potsdam gewählt und wird damit Nachfolger von Jann Jakobs (SPD).
Mike Schubert (SPD) wird zum Oberbürgermeister in Potsdam gewählt und wird damit Nachfolger von Jann Jakobs (SPD).Foto: Christoph Soeder/dpa

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) verlässt nach 16 Jahren im Amt das Rathaus. Zum Nachfolger wird sein Parteigenosse Mike Schubert gewählt. Er verspricht beim Amtsantritt, für ein tolerantes Potsdam einzutreten und die Potsdamer bei Fragen der Stadtentwicklung wieder mehr ins Boot zu holen.

2019: Zukunftsfragen

Die Umweltschutzbewegung "Fridays for Future" konnte auch in Potsdam Tausende mobilisieren.
Die Umweltschutzbewegung "Fridays for Future" konnte auch in Potsdam Tausende mobilisieren.Foto: Andreas Klaer

Monatlich ruft die von der Schwedin Greta Thunberg inspirierte Jugendbewegung Fridays for Future in Potsdam zur Demonstration für mehr Klimaschutz auf – mit steigender Resonanz. Im September gehen rund 5500 Menschen auf die Straße – ein neuer Rekord und eine Dimension, wie sie die Stadt im ganzen Jahrzehnt nicht gesehen hat.

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.