• Inversionswetterlage : Brandgeruch vermutlich in der Nacht verschwunden

Inversionswetterlage : Brandgeruch vermutlich in der Nacht verschwunden

Eine Inversionswetterlage macht es möglich: Der Rauchgeruch in Potsdam ist auf einen Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern zurückzuführen, der hunderte Kilometer entfernt wütet.

Brand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern.
Brand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern.Foto: Jens Büttner/dpa

Potsdam -Bei der Regionalleitstelle Nordwest in Potsdam meldeten sich mehrere Anrufer pro Stunde. Bürger alarmierten die Feuerwehr und berichteten von dem Geruch und einer enormen Belästigung. Betroffen waren vor allem die Städte Potsdam und Neuruppin. Anrufe kamen aber auch aus der Prignitz und dem Havelland. Ehe die Feuerwehren ausrückten, sei deshalb genau überprüft worden, ob es sich wirklich um einen Brand handelte. Wenn nicht, konnte der herangewehte Geruch mit dem Feuer in Mecklenburg-Vorpommern in Verbindung gebracht werden.

Selbst in Sachsen war der Rauchgeruch deutlich zu riechen. Die Mitarbeiter der Rettungsleitstellen in Leipzig und Dresden beruhigten die Anrufer nach eigenen Angaben und wiesen auf das rund 300 Kilometer entfernte Lübtheen.

Feuerwehrleute bekämpfen in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel den großflächigen Waldbrand.
Feuerwehrleute bekämpfen in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel den großflächigen Waldbrand.Foto: Jens Büttner/dpa

Das der Geruch noch hier wahrgenommen wurde, liegt an der derzeitigen Wetterlage. Es handelt sich dabei um eine Inversionswetterlage, sagte Brandenburgs Waldbrand-Beauftragter Raimund Engel dem Tagesspiegel. Eine Inversionswetterlage ist durch eine Umkehr (lateinisch: inversio) der normalen Temperaturunterschiede geprägt, das heißt, die oberen Luftschichten sind wärmer als die unteren. „Das ist, als wenn Sie einen Deckel auf den Topf machen“, sagt ein Sprecher der Leitstelle Lausitz: „Dann kann der Rauch nicht nach oben steigen und verteilt sich im gesamten Topf.

"Es ist schon erstaunlich, dass der Geruch so große Entfernungen zurückgelegt hat", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig. Es sei allerdings mit der Wetterlage zu erklären. Ein sehr schwacher Nordwest-Wind habe die Rauchpartikel sehr langsam herangeweht. Dazu war es in der Nacht wolkig, so dass nichts nach oben entweichen konnte. Laut DWD sollte der Wind in der Nacht auffrischen und spätestens dann sollte das Problem erledigt sein.

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Laut DWD sollte der Wind in der Nacht auffrischen und spätestens dann sollte das Problem erledigt sein. (tsp/ dpa)