• Internationale Filmproduktion in der Medienstadt: Drei Engel für Babelsberg

Internationale Filmproduktion in der Medienstadt : Drei Engel für Babelsberg

Action für Studio Babelsberg: In der Medienstadt wird die Neuverfilmung von "Drei Engel für Charlie" vorbereitet. Für die Hauptrollen sind Lupita Nyong’o und Kristen Stewart im Gespräch. Und auch hinter der Kamera steht eine Frau.

Kristen Stewart bei der Vorführung des Films 'Personal Shopper' 2016 in Cannes.
Kristen Stewart bei der Vorführung des Films 'Personal Shopper' 2016 in Cannes.Foto: Ian Langsdon/dpaa

Potsdam - Studio Babelsberg kann sich wieder über eine internationale Produktion freuen: Nach PNN-Informationen werden in der Medienstadt derzeit Dreharbeiten für die Action-Neuverfilmung „Drei Engel für Charlie“ vorbereitet. Beim Studio hält man sich dazu indes noch bedeckt. Auf PNN-Anfrage wollte eine Unternehmenssprecherin die Nachricht am Mittwoch weder bestätigen noch dementieren oder kommentieren. Das ist wenig überraschend: Studio Babelsberg ist als Geschäftspartner großer Hollywood-Produzenten stets auf äußerste Diskretion bedacht.

Drehstart soll im September sein, wie US-Branchenmedien berichten. Die Besetzung der drei Hauptrollen soll in Kürze bekannt gegeben werden, hat Regisseurin Elizabeth Banks Anfang dieser Woche in einem Video im Kurznachrichtendienst Twitter angekündigt. Im Gespräch sind dabei laut US-Branchenmedien vor allem drei Namen: Die Oscarpreisträgerin Lupita Nyong’o („12 Years a Slave“), „Twilight“-Star Kristen Stewart und die Britin Naomi Scott, die zuletzt als Superheldin Kim Hart in „Power Rangers“ zu sehen war.

Regie führt mit Elizabeth Banks erstmals eine Frau

„Drei Engel für Charlie“ geht zurück auf die gleichnamige erfolgreiche US-Krimiserie aus den 1970er und 1980er Jahren. Im Mittelpunkt stehen drei ehemalige Polizistinnen, die in Los Angeles für ihren im Verborgenen bleibenden Auftraggeber namens Charlie als Privatdetektivinnen tätig sind. Zwei Kinofilme aus den Jahren 2000 und 2003 mit Drew Barrymore, Cameron Diaz und Lucy Liu in den Hauptrollen wurden mit jeweils rund 260 Millionen US-Dollar weltweit zu Kassenschlagern. Bei der Neuauflage steht mit Regisseurin Elizabeth Banks erstmals auch eine Frau hinter der Kamera. In den USA soll der Film Anfang Juni 2019 in den Kinos starten, wie Sony Pictures bereits angekündigt hat.

Es handelt sich um die zweite internationale Produktion für Babelsberg in diesem Jahr. Anfang des Jahres wurde für die englischsprachige Verfilmung des schwedischen Thrillers „Verschwörung“ aus der Millenium-Reihe gedreht (PNN berichteten). Vor der Kamera standen Claire Foy als Computer-Spezialistin Lisbeth Salander und Sverrir Guðnason als Journalist Mikael Blomkvist.

Beteiligt ist Studio Babelsberg auch an den Dreharbeiten für die zweite Staffel der deutschsprachigen Mysterie-Serie „Dark“ für den Online-Streamingdienst Netflix. Wie berichtet drehte das Team in der vergangenen Woche an einer Brücke über die Friedhofsbahn in der Parforceheide. Auch Dreharbeiten in den Babelsberger Ateliers selbst sind geplant, wie Unternehmenssprecherin Bianca Makarewicz sagte. Produzent der deutschsprachigen Serie ist die Münchener Firma Wiedemann & Berg. Ob für die bereits angekündigte dritte Staffel der hochgelobten TV-Krimiserie „Babylon Berlin“ auch wieder in Babelsberg gedreht wird, steht noch nicht fest. Für das X-Filme-Projekt war im Studio 2016 die Außenkulisse „Neue Berliner Straße“ gebaut worden.

„Traumfabrik“ ist im Kasten

Die „Traumfabrik“ mit Emilia Schüle indes ist im Kasten: Die letzte Klappe fiel am Wochenende, wie Studiosprecherin Makarewicz den PNN sagte. Der Film unter Regie von Martin Schreier erzählt eine Liebesgeschichte aus den Defa-Studios im Jahr 1961: Emil (Dennis Mojen), der als Komparse in die Studios kommt, verliebt sich Hals über Kopf in die französische Tänzerin Milou (Emilia Schüle) – durch den Mauerbau in jenem Sommer wird die junge Liebe auf eine harte Probe gestellt. Der Film wird mit 1,61 Millionen Euro aus dem Deutschen Filmförderfonds gefördert, das Medienboard Berlin-Brandenburg schoss weitere 750 000 Euro Fördergeld zu.

Die Idee für den Film hatte Erfolgsproduzent Tom Zickler („Keinohrhasen“), der seine Karriere in den 1980er Jahren in den Defa-Studios begann und der 2017 gemeinsam mit dem Studio die Produktionsfirma „Traumfabrik Babelsberg“ gründete. Mit der neuen Firma wollen die Studios verstärkt deutsche Produktionen an den Standort holen.

Wie berichtet drängen die Studiochefs bereits seit Jahren auf eine bessere Filmförderung in Deutschland. Die Traditionsfilmstudios haben es im internationalen Wettbewerb zunehmend schwer, die für das Geschäft enorm wichtigen internationalen Großproduktionen zu gewinnen. Wie berichtet hatte das Studio 2017 mit einem Minus von 600 000 Euro abgeschlossen. Als Grund gab das Unternehmen das Ausbleiben von internationalen Produktionen an.

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