• Potsdam: Ehemaliges Fachhochschul-Areal wird grün

Innenstadt : Das alte FH-Areal wird vorübergehend grün

Beim Umbau der Potsdamer Mitte stehen die nächsten Schritte bevor. Doch es gibt auch Schwierigkeiten.

Sandige Brache am Alten Markt.
Sandige Brache am Alten Markt.Foto: Manfred Thomas

Potsdam - Die planierten Bauflächen auf dem Areal der früheren Fachhochschule am Alten Markt dürften in den kommenden Wochen ihr Aussehen verändern. Statt gelbem Sand dürfte frisches Grün zum Vorschein kommen. Denn der Sanierungsträger hat auf den Flächen Gras sähen lassen. Das Frühlingswetter dürfte für gute Bedingungen sorgen. Zu einer öffentlichen Liegewiese wird das Areal aber nicht, es bleibt weiter eingezäunt. Das Gras soll lediglich dafür sorgen, dass die Bauplätze nicht zu einer riesigen Quelle für Staubwolken werden, die dann durch die Innenstadt ziehen.

Die Wiesen werden wohl das ganze Jahr überdauern – denn mit den Bauarbeiten in der Potsdamer Mitte geht es nicht so schnell voran wie ursprünglich geplant. Die Vorbereitungen für den Bau des sogenannten Block 3, also des Areals zwischen Landtag und der künftigen verlängerten Schwertfegerstraße, haben sich um mehrere Monate verzögert, wie der Sanierungsträger auf PNN-Anfrage mitteilte.

Komplizierte Abstimmung

Die Ursachen seien, dass noch Korrekturen am Bebauungsplan notwendig waren und sich außerdem die Abstimmung der Baulogistik zwischen den sieben künftigen Bauherren als kompliziert erwiesen habe. Hintergrund ist, dass für den Block eine gemeinsame Tiefgarage vorgesehen ist. Das Vorhaben muss deshalb in die Planungen für jedes einzelne Grundstück eingepasst werden.

Bekanntlich sollen auf dem Areal Wohn- und Geschäftshäuser auf dem Stadtgrundriss aus der Vorkriegszeit entstehen. An den Ecken des Karrees sind Leitfassaden nach historischen Vorbildern vorgesehen. In einem aufwendigen Verfahren waren die Grundstücke im vergangenen Jahr zum Festpreis an mehrere Bieter gegangen, darunter die Genossenschaften Karl Marx und Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 (PWG). Für 24 Prozent der Wohnflächen sind Sozialwohnungen gefordert.

Verzögerung beim Bau

Langfristig dürfte sich das Projekt allerdings nicht verzögern, schätzt Sanierungsträgerchef Bert Nicke. „Wir liegen noch gut im Zeitplan“, sagte er. Man gehe davon aus, dass die Bauherren frühestens ab Jahresende 2019 die Baugruben ausheben können. Zuletzt war von Mitte 2019 ausgegangen worden. Der Bau der Tiefgarage hängt dann davon ab, wie kalt der Winter wird. Hochbauarbeiten dürften ab Frühjahr 2021 sichtbar sein, schätzt er. Bis Ende 2023 rechnet man damit, dass alle Baumaßnahmen abgeschlossen sind. Einzelne Häuser könnten dabei auch schon früher fertig sein.

Ein Bagger, wo künftig die Nikolaistraße verlaufen soll.
Ein Bagger, wo künftig die Nikolaistraße verlaufen soll.Foto: Manfred Thomas

Derzeit ist vor allem ein Bagger zu sehen, mit dem auf der Seite zur Nikolaikirche und dem Staudenhof gearbeitet wird. Dort soll wie berichtet künftig die Nikolaistraße verlaufen. Im Mai und Juni sollen dort Spundwände gesetzt werden, um die Höhenunterschiede während der Bauarbeiten abzufangen. Außerdem wird die Trasse für einen neuen Regenwasserkanal freigemacht. Ab Juli sollen dann rund um Block 3 Leitungen verlegt und Straßen gebaut werden.

Einfacheres Verfahren für Block 4

Noch Zukunftsmusik ist der Bau des sogenannten Blocks 4 – also des Karrees um die Stadt- und Landesbibliothek. Für den repräsentativen Block 3, der dem Alten Markt und der Nikolaikirche zugewandt ist, sei das Investorenauswahlverfahren angemessen gewesen, so Nicke. Allerdings liege dessen Beginn nun auch schon zweieinhalb Jahre zurück. Für Block 4 könne sich der Sanierungsträger auch ein einfacheres Verfahren vorstellen.

„Wir müssen und da noch mit der Stadt beraten“, so Nicke. Es wäre denkbar, die Grundstücke direkt zu vergeben und dann ein Gutachterverfahren zu Gestaltung durchzuführen. Die kommunale Immobilienholding Pro Potsdam, unter deren Dach der Sanierungsträger arbeitet, hat wie berichtet Interesse, auf einem Teil des Areals Sozialwohnungen zu errichten. „Dazu stehen wir auch“, sagte Nicke. Zwischen Bibliothek und Staudenhof sieht der Bebauungsplan studentisches Wohnen vor.