• Initiatoren aus Potsdam: Konjunkturpaket mit Klimaausrichtung gefordert

Initiatoren aus Potsdam : Konjunkturpaket mit Klimaausrichtung gefordert

Die Initiative "Neues Wirtschaftswunder" will dafür sorgen, dass nach der Coronaepidemie nicht die gleichen Fehler gemacht werden wie nach der Finanzkrise. Zu den Mitbegründern gehören auch zwei Potsdamer.

Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde.
Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde.Foto: Patrick Pleul/dpa

Potsdam - Ein neues Bündnis, an dessen Gründung auch zwei Potsdamer beteiligt sind, setzt sich für ein klimafreundliches und sozial gerechtes Konjunkturpaket nach Überwindung der Coronakrise ein. Am Dienstag veröffentlichte die Initiative „Neues Wirtschaftswunder“ einen offenen Brief an Bundesregierung und Bundestag, in dem eine "sozial-ökologische Transformation" gefordert wird. Unter den elf Initiatoren des Bündnisses sind auch der Babelsberger Anwalt Marc Liebscher und die 21-jährige Viktoria Esker, die an der Universität Potsdam Politik und Wirtschaft studiert.

Maßnahmen wie etwa die Abwrackprämie, die nach der Finanzkrise 2008 ergriffen wurden, seien oft ökologisch kontraproduktiv gewesen, so Viktoria Esker gegenüber den PNN. So seien die CO2-Emissionen, die während der Krise gesunken waren, danach wieder gestiegen. „Rückblickend gesehen ist vieles nicht gut gelaufen. Wir wollen eine Debatte darüber anstoßen, wie es diesmal besser funktionieren kann.“

Viktoria Esker.
Viktoria Esker.Foto: privat

"Seien Sie mutig"

In dem offenen Brief heißt es: „Seien Sie mutig, greifen Sie nicht aus Zeitnot oder Routine auf vermeintlich Altbewährtes zurück.“ Der weltweite Rückgang der CO2-Emissionen durch den derzeitigen Shutdown zeige den unmittelbaren Zusammenhang der Wirtschaftsaktivität mit dem Weltklima. „Es gilt, den Wiederaufbau der Wirtschaft als einmalige Chance zu ihrer Modernisierung und ihrem sozial-ökologischen Umbau zu begreifen.“

Die Idee, die viele Zeit in der Krise jetzt dafür zu nutzen, eine solche Transformation anzuregen, sei ihr gemeinsam mit anderen  Mitgliedern der Kritischen Wirtschaftswissenschaftler*innen Berlin gekommen, so die gebürtige Brandenburgerin Esker. Nach dem Hackathon #WirVsVirus der Bundesregierung im März 2020 habe man sich dann mit anderen Personen deutschlandweit zusammengeschlossen, die ähnliche Ziele hatten.

Einen perfekt ausgearbeiteten Masterplan könne man der Bundesregierung mit dem offenen Brief leider auch nicht vorlegen", so Esker. Das erste Ziel sei es, einen breiten Diskurs über die Werte anzustoßen. Dies soll zum einen über den offenen Brief geschehen, der unter www.neues-wirtschaftswunder.de nachzulesen ist. Dieser wird um eine bereits eingereichte Bundestagspetition ergänzt. Weitere Projekte sollen folgen.

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