• Informatik studieren: SAP stiftet Lehrstuhl an der Uni Potsdam

Informatik studieren : SAP stiftet Lehrstuhl an der Uni Potsdam

Die SAP unterstützt das Vorhaben mit einer Professur - und baut damit die Forschungsbeziehungen zwischen dem Hasso-Plattner-Institut und der Hochschule aus.

Von der Kooperation mit dem SAP erhofft sich die Potsdamer Uni eine Aufwertung ihres Informatikbereichs.
Von der Kooperation mit dem SAP erhofft sich die Potsdamer Uni eine Aufwertung ihres Informatikbereichs.Foto: dpa

In der Potsdamer Forschungslandschaft bildet sich ein neuer Schwerpunkt für Informatik. Der Ausbau der Wirtschaftsinformatik an der Hochschule wird nun von der SAP AG mit einer Professur und einer Juniorprofessur unterstützt. Die Universität Potsdam bringt sich damit auch näher in das Umfeld des im Entstehen befindlichen SAP-Innovationszentrum am Jungfernsee ein. Der Schwerpunkt des Stiftungslehrstuhls soll nach Auskunft der Hochschule auf IT-Strategie und IT-Wirtschaftlichkeit liegen.

Enge Verknüpfungen zwischen der von Softwaremilliardär Hasso Plattner mitgegründeten SAP AG und Potsdam gibt es bereits. Das wissenschaftliche Personal für das im Aufbau befindliche Potsdamer SAP-Innovationszentrum in Potsdams Norden ist in der Gründungsphase im Babelsberger Hasso Plattner Institut für Softwaresystemtechnik (HPI) untergebracht, Forschungsbeziehungen zwischen der Walldorfer Software-Firma und dem Babelsberger Hasso Plattner Institut und seiner Innovationsschmiede HPI School of Design Thinking bestehen seit Längerem. Auch Innovationen wie die neue Hauptspeicher-Datenbanktechnologie „Hana“ sind ein Ergebnis dieser Synergien. Die neuartige Softwarelösung, die beispielsweise Analysen der aktuellen Wirtschaftsdaten von Unternehmen in Echtzeit ermöglicht, war in Zusammenarbeit von HPI und SAP AG entstanden.

Die Potsdamer Universität will durch die engere Verschränkung mit SAP eine stärkere Profilierung erreichen. Als es im vergangenen Jahr um die Zukunft der Informatik an der Potsdamer Universität ging, sprach sich Uni-Präsident Oliver Günther für eine Profilierung des Studienangebots und eine bessere Kooperation mit dem benachbarten Hasso Plattner Institut aus. Die Zusammenarbeit mit dem Softwarekonzern SAP soll nun der Universität dabei helfen, ihre Wirtschaftsinformatik weiter auszubauen.

Zur Profilbildung der Informatik hatte der Uni-Präsident, der selbst Wirtschaftsinformatiker ist, die Aufteilung des Uni-Instituts für Informatik in ein Institut für „Science Informatics“ sowie ein Institut für Wirtschaftsinformatik angestrebt. Das trifft sich auch mit dem zurzeit in Abstimmung befindlichen Hochschulentwicklungsplan, der für die Informatik der Uni Potsdam eine grundlegende Profilierung anmahnt – unter verstärkter Kooperation mit dem Plattner-Institut.

Von der Kooperation mit SAP erhofft sich die Potsdamer Universität nun eine Aufwertung ihres Informatikbereiches. „Damit ist in Potsdam das gesamte Spektrum von der Theoretischen Informatik bis hin zu unterschiedlichen Anwendungsbereichen stark vertreten“, erklärte Uni-Präsident Oliver Günther am Dienstag. „Wir freuen uns über diese Ergänzung unseres Angebots in Lehre und Forschung und auf die Zusammenarbeit mit SAP.“ Der weltweit führende Softwarekonzern wiederum erwartet von dem Zusammenspiel Impulse durch eine enge Kooperation zwischen den neuen Wirtschaftsinformatiklehrstühlen, dem SAP Innovation Center und dem Hasso-Plattner-Institut. „Wir freuen uns, den Ausbau der Wirtschaftsinformatik an der Universität Potsdam zu unterstützen“, sagte Vorstandsmitglied und Mitglied des Global Managing Board der SAP AG, Gerhard Oswald. Vor zwei Jahren hatte SAP den Startschuss für das Innovation Center in Potsdam gegeben. Ziel sei es, mit der Kreativität und den Talenten in der Region neue kundenorientierte Lösungen zu entwickeln. SAP ist das größte Softwareunternehmen Europas und globaler Marktführer bei Software für Geschäftskunden.

Das nach Hasso Plattner benannte Institut für Softwaresystemtechnik (HPI) an der Universität Potsdam nahm 1999 seinen Betrieb auf. Plattner finanzierte es über eine eigene Stiftung mit über 200 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen. Am Institut wurde mittlerweile auch eine „School of Design Thinking“ gegründet, die eng verbunden mit der D-School im amerikanischen Stanford ist. Hier erarbeiten Studierende verschiedener Hochschulen der Region anwendungsfreundliche Lösungen für IT-Produkte. In unmittelbarer Nähe zum Babelsberger HPI sitzt zudem Hasso Plattner Ventures (HPV), ein Risikokapital-Fonds, der innovative Ideen für die IT-Branche fördert.

An der Universität Potsdam gibt es derzeit drei Stiftungsprofessuren. Sie wurden mit Unterstützung von Stiftungen oder Mäzenen eingerichtet und werden in der Regel für fünf oder zehn Jahre besetzt. Die Professoren unterliegen keinen Weisungen durch die Stifter.

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