• Infizierte Zweijährige in Potsdam: Wie gefährlich ist Corona für Kinder?

Infizierte Zweijährige in Potsdam : Wie gefährlich ist Corona für Kinder?

Auf der Intensivstation der Potsdamer Kinderklinik wird ein zweijähriges Kind mit Corona behandelt. Dabei gelten sie eigentlich als weniger gefährdet, sagen viele Experten.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Der Fall des zweijährigen Kindes, das wegen einer Corona-Infektion auf der Intensivstation des Potsdamer Bergmann-Klinikums liegt, wirft die Frage auf: Wie gefährlich ist der Covid 19-Erreger für Kinder und Jugendliche? 

Nach aktuellem Wissenstand sind Kinder deutlich weniger gefährdet als Erwachsene. Dies geht aus Daten hervor, welche die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in China erhoben habe, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Webseite: „Bei Kindern scheint die Erkrankung laut WHO vergleichsweise selten aufzutreten und dann mild zu verlaufen.“ Schwere oder kritische Verläufe seien nur bei einem sehr kleinen Teil der betroffenen Kinder und Jugendlichen in China beobachtet worden. Die allermeisten Kinder erholten sich rasch. 

"Vielleicht sogar weniger schlimm als eine Influenza"

Ähnlich äußert sich der Infektiologe Johannes Hübner: „Derzeit sieht es so aus, als wäre eine Covid-19-Erkrankung für Kinder nicht schlimmer und vielleicht sogar weniger schlimm als eine Influenza“, sagte der Professor an der LMU München Ende Februar dem Tagesspiegel. Das gilt aber nicht für die Ansteckung: Nach bisherigen Erkenntnissen stecken sich Kinder genauso leicht an wie Erwachsene. Warum ihr Immunsystem besser mit dem Erreger fertig wird, sei noch nicht geklärt: „Darüber wissen wir noch zu wenig“, sagt Hübner. Auch das RKI sagt: „Es ist mit den bisherigen Daten nicht möglich zu bestimmen, welche Rolle Kinder und Jugendliche bei Übertragungen spielen.“

Hübner warnt davor, beim kleinsten Verdacht auf Corona zum Kinderarzt zu gehen: „Das wäre genau die falsche Reaktion. In den Wartezimmern ist die Gefahr, so etwas aufzuschnappen, eher größer.“ Wenn das Kind normale Symptome eines Virusinfektes zeige (leichtes Fieber, Husten, laufende Nase) ansonsten aber alles in Ordnung sei, gebe es keinen Grund, zum Kinderarzt zu gehen. Anders sei dies, wenn das Kind eine schwere Atemwegserkrankung habe – in diesem Fall sollten Eltern mit ihrem Kind ohnehin zum Arzt gehen. Gibt es einen konkreten Verdacht, etwa einen Kontakt mit einem Corona-Erkrankten, sollten sich Eltern an das Gesundheitsamt Potsdam wenden. 

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