• Diese Schäden hat die Dürre in Potsdam angerichtet

Im Jahr 2018 : Diese Schäden hat die Dürre in Potsdam angerichtet

Die Schäden der Dürre von 2018 treten in Potsdam erst jetzt zutage. Betroffen sind Zehntausende Bäume. Bereiche des Parks Sanssouci mussten schon gesperrt werden.

Die Parks der Schlösserstiftung wie der Neue Garten leiden unter der Trockenheit.
Die Parks der Schlösserstiftung wie der Neue Garten leiden unter der Trockenheit.Foto (Archiv): Andreas Klaer

Potsdam - Es trifft sie alle. Birken sind dabei, Eichen und Buchen, Linden, Ahorne, Ulmen und Platanen. Potsdams Bäume – die in der Obhut der Stadt befindlichen ebenso wie die in den Welterbeparks der Schlösserstiftung oder im Volkspark – leiden extrem unter der Trockenheit. Und weil auch dieser Sommer trocken zu werden verspricht, steht Schlimmes zu befürchten. Denn erst jetzt schlagen die Schäden aus dem letztjährigen Dürresommer voll auf die hiesige Vegetation durch. 

Schäden über das ganze Stadtgebiet verteilt

Allein im städtischen Bestand sind Zehntausende Bäume betroffen. Von den rund 110 000 Bäumen, die am Straßenrand oder auf öffentlichen Plätzen stehen, leide „ein Großteil“ an Trockenschäden unterschiedlichsten Ausmaßes, sagte eine Rathaussprecherin am Mittwoch auf PNN-Anfrage. Diese Bäume hätten aufgrund von Bauarbeiten, parkenden Autos und anderen Widrigkeiten ohnehin bereits schlechte Lebensbedingungen. Die Hitze und die ausgeprägte Trockenheit des vergangenen Jahres hätten nun als „zusätzlicher Stressfaktor“ gewirkt. Die Folge seien eine Zunahme abgestorbener Äste, Baumkronen und ganzer Bäume, so die Sprecherin. 

Betroffen seien alte Bäume ebenso wie solche mittleren Alters und junge, allerdings hätten letztere aufgrund ihres oft noch kümmerlichen Wurzelwerks bei lang anhaltenden Trockenperioden noch schlechtere Überlebenschancen. Die Schäden an den Bäumen seien über das gesamte Stadtgebiet verteilt, hieß es. 

Zahl der Bäume steht noch nicht fest

Wie viele Bäume komplett gefällt werden müssen, ist noch unklar. Derzeit seien beauftragte Firmen dabei, Totholz und nicht mehr zu rettende Bäume zu entfernen. Das Grünflächenamt der Stadt reagiere bereits seit Jahren auf die zunehmend trockener werdenden Sommer, erklärte die Sprecherin. Nachgepflanzt würden demnach vor allem Baumarten, die an trockene Bedingungen besser angepasst sind. Um vor allem junge Bäume besser zu schützen, werde man zur Bewässerung zusätzlich Firmen beauftragen, kündigte die Sprecherin an. Sollte das Wetter weiterhin trocken bleiben, werde man wie im vergangenen Jahr an die Potsdamer appellieren, Straßenbäume vor der Haustür zu gießen.

Wie groß der finanzielle Schaden für die Stadt ist, werde erst zum Jahresende feststehen, sagte die Sprecherin. Klar sei aber bereits jetzt, dass der Aufwand für die Baumpflege steige.

Teile des Parks bereits gesperrt

Auch in den Welterbeparks machen sich die Folgen der Dürre von 2018 immer stärker bemerkbar. Derzeit würden die Bäume im Rahmen einer Baumschau von Experten untersucht, sagte ein Sprecher der Schlösserstiftung den PNN. Man gehe aktuell davon aus, dass bei mehreren Hundert Bäumen, hauptsächlich Eichen und Buchen jeglichen Alters, die Kronen oder sogar die ganzen Bäume abgestorben sind. Ob dies eine Folge des letzten Hitzesommers ist, werde noch geprüft, sagte der Sprecher. Auch ein Schädlingsbefall sei möglich. Man hoffe, in ein bis zwei Wochen erste Ergebnisse vorlegen zu können.

Die derzeitige Trockenperiode verschärft die Lage noch. Wie berichtet leiden vor allem die höher gelegenen Bäume, etwa am Klausberg und am Ruinenberg, unter Stress und zeigten laut Stiftung bereits deutliche Schäden. Es wurden Sprenger aufgestellt, um die Bäume auch nachts zu bewässern. Für die Besucher hat das Folgen: Weil das Havelwasser des Parkwassersystems genutzt wird, müssen einige Fontänen im Park Sanssouci zeitweise trocken bleiben. Und Teile des Parks mussten wegen der Schäden gesperrt werden.

Nachpflanzungen von trockenheitsresistenteren Bäumen

Im von der Pro Potsdam bewirtschafteten Volkspark im Bornstedter Feld sind nach aktuellem Stand rund 100 Bäume der letztjährigen Hitzeperiode zum Opfer gefallen und müssen gefällt werden, wie eine Sprecherin auf Anfrage erklärte. Das entspreche etwa einem Prozent des gesamten Baumbestandes im Park. Betroffen seien vor allem Birken, aber auch Ahorne, Buchen, Robinien, Eichen und Pappeln. Die Kontrollen seien noch nicht abgeschlossen, daher seien weder zur endgültigen Schadenshöhe noch zu den Kosten Aussagen möglich, so die Sprecherin. Wie die Stadt will auch die Pro Potsdam bei Nachpflanzungen künftig verstärkt auf trockenheitsresistentere Baumsorten setzen.

Unterdessen ist die Waldbrandgefahr aufgrund der neuerlichen Trockenheit auch in Potsdam „sehr hoch“, sagte ein Rathaussprecher. Ein generelles Grillverbot wie im vergangenen Jahr sei derzeit aber nicht geplant. Bislang habe es glücklicherweise nur kleinere Brände gegeben, die städtische Feuerwehr sei gut gerüstet. Bei besonderen Gefahrenlagen werde Unterstützung aus anderen Städten und Landkreisen angefordert. Aktuell leistet Potsdam aber selbst Hilfe: Ein Einsatzwagen sei zur Bekämpfung des Brandes bei Jüterbog abgestellt, Kameraden stünden zudem auf Abruf bereit, so der Sprecher.