Potsdam : IHK-Affäre: Führungskraft beurlaubt

Alexander Fröhlich
Sein letzter Tag: IHK-Präsident Vistor Stimming.
Sein letzter Tag: IHK-Präsident Vistor Stimming.Foto: Andreas Klaer

Die Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK) zieht nach der Verschwendungsaffäre und den Untreuermittlungen gegen den Ex-Präsidenten Victor Stimmung weitere personelle Konsequenzen. Nach PNN-Informationen musste die frühere Stellvertreterin von Ex-Hauptgeschäftsführer René Kohl, die für Finanzen und Personal zuständige Leiterin der Abteilung Zentrale Dienste Gundula S., am Donnerstag ihren Posten räumen und die IHK-Räume verlassen. Sie wurde vorläufig von ihren Aufgaben entbunden und suspendiert. Der kommissarische Hauptgeschäftsführer Manfred Wäsche bestätigte die Vorgang indirekt: Er wolle sich nicht zu „internen Personalangelegenheiten“ äußern, sagte er. Wäsche verwies auf die IHK-Vollversammlung am 25. März. Dabei sollen auch der Öffentlichkeit die Ergebnisse der Potsdamer Anwalts- und Steuerberaterkanzlei Goldenstein, die die Vorgänge um Stimmung und Kohl aufarbeitet, präsentiert werden. Nach PNN-Informationen hat diese Prüfung zu der Suspendierung der leitenden Mitarbeiterin geführt.

Bei der Staatsanwaltschaft Potsdam dauern die Ermittlungen indes an. Im Visier steht vorerst nur Ex-Präsident Stimming wegen Untreueverdachts. Ob die Ermittlungen auf weitere Personen ausgeweitet werden, ist noch unklar. Parallel prüft die Kanzlei Goldenstein auch Schadenersatzansprüche. Bei der Affäre um Vetternwirtschaft ging es um teure Tagungen im Ausland, Luxus-Dienstwagen und üppige Altersrücklagen für Stimming, die Beschäftigung einer Sekretärin in Stimmings Firma auf IHK-Kosten und einen Beraterauftrag für Stimmings Sohn für den Umbau der Potsdamer Villa Carlshagen zum Fortbildungszentrum. Kohl wird vorgeworfen, die Privilegien abgesegnet zu haben. Die Wirtschaftsprüfer brachten offenbar weitere Erkenntnisse zum System Stimming zutage, was zur Suspendierung der Zentraldienstchefin führte. Bereits der Bundesverband für freie Kammern (BffK) hatte auf die zentrale Rolle von Gundula S. in der IHK hingewiesen.