• Streit um Potsdamer Tulpenfest bald vor Gericht?

Holländisches Viertel : Streit ums Tulpenfest bald vor Gericht?

Nach der Entscheidung der Stadt zum nächsten Tulpenfest lässt Veranstaltungsmanagerin Alice Paul-Lunow ihre Ablehnung juristisch überprüfen. Gleichzeitig signalisiert sie Gesprächsbereitschaft mit ihrem Konkurrenten.

Carsten Holm
Eventmanagerin Alice Paul-Lunow (M.) mit Sabine Kühn-Marcu von der AG Holländisches Viertel (l.) und Janina Bachmann-Graffunder (r.), Direktorin des NH Hotels Potsdam.
Eventmanagerin Alice Paul-Lunow (M.) mit Sabine Kühn-Marcu von der AG Holländisches Viertel (l.) und Janina Bachmann-Graffunder...Foto: Carsten Holm

Potsdam - Die Potsdamer Event-Managerin Alice Paul-Lunow will die Ablehnung ihres Antrags, das Tulpenfest im Holländischen Viertel in den Jahren 2020 und 2021 auszurichten, gerichtlich überprüfen lassen. Wie sie am Sonntag im Gespräch mit den PNN im NH-Hotel sagte, habe ein Anwalt für ihre Firma Fine Emotion Event bereits um Akteneinsicht bei der Stadtverwaltung gebeten.

Damit ist die nächste Eskalationsstufe im Streit um das Tulpenfest erreicht. Am Freitag hatte Hans Göbel, der das Fest vor mehr als 20 Jahren als Vorsitzender des Vereins zur Pflege niederländischer Kultur begründete, stolz verkündet, dass die Stadt am 2. August die Genehmigung für zwei Jahre erteilt habe (PNN berichteten). Paul-Lunow war zuvor mehrfach eingesprungen, weil der Verein das Fest dreimal abgesagte.

Hoteldirektorin Bachmann-Graffunder: Schlammschlacht muss enden

Die Event-Managerin verbarg am Sonntag nicht, wie sehr ihr die wiederholten Attacken seitens Göbels zu schaffen machen. Der warf ihr, zuletzt am Freitag, vor, seine Notlage ausgenutzt zu haben, als sie das Fest 2018 organisierte, nachdem er es krankheitsbedingt abgesetzt hatte. Zudem sei durch sie „der Ruf des Festes weit runtergegangen“.

Paul-Lunow sagte, sie könne die Kritik, 2018 sei das von ihr organisierte Tulpenfest „zu wenig holländisch“ gewesen, nachvollziehen. „Was hätten wir denn schaffen können in den wenigen Wochen, die wir hatten?“, fragte sie: „Das haben wir 2019 wettgemacht.“ Ihr zur Seite standen beim Gespräch mit den PNN Sabine Kühn-Marcu, Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft (AG) Holländisches Viertel, und AG-Mitglied Janina Bachmann-Graffunder, die Direktorin des NH-Hotels. Paul-Lunow habe „nichts an sich gezogen“, sagte Kühn-Marcu. Sie habe „im Auftrag der Händler gehandelt und dabei alle finanziellen Risiken getragen“.

Paul-Lunow signalisiert Gesprächsbereitschaft mit Göbel

Die Hotelchefin forderte gegenüber den PNN, „die Schlammschlacht endlich zu beenden“. Sie sei „mit der Würde der Stadt unvereinbar“. Die drei Frauen versicherten, dass der Vorwurf, die Agentur habe nicht versucht, mit Göbel zu kooperieren, unwahr sei. Verärgert ist Paul-Lunow darüber, wie die Stadt ihren neuen Antrag nun abgelehnt habe. Sie habe ihn am 25. April gestellt. Mehrfach habe sie sich telefonisch nach dem Stand des Verfahrens erkundigt, am 7. August, mehr als drei Monate nach Antragstellung, habe sie per Mail nachgefragt. Einen Tag später sei die Ablehnung zugestellt worden. „Ich habe mich gewundert“, sagt sie.

Trotz der massiven Auseinandersetzung signalisierten die Frauen vom Holländischen Viertel Gesprächsbereitschaft. „Wir sind bereit, uns mit Herrn Göbel und der Stadt an einen Tisch zu setzen“, sagte Bachmann-Graffunder: „Er ist bei uns herzlich willkommen.“ Kopfnickend und verhalten lächelnd stimmte Alice Paul-Lunow stumm zu.

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