Potsdam : Hoffnung für das Kastellanhaus

Förderverein will leerstehendes Gebäude nutzen / Schuppen und Schafstall werden instandgesetzt

Aus dem Ofen geholt: Baudenkmalpfleger Roland Schulze, Jann Jakobs sowie Gerhard Kümmel und Gisela Ziem (v.l.) präsentieren die ersten Brotlaibe. Foto Manfred Thomas
Aus dem Ofen geholt: Baudenkmalpfleger Roland Schulze, Jann Jakobs sowie Gerhard Kümmel und Gisela Ziem (v.l.) präsentieren die...

Am Stern - Der Förderverein Jagdschloss Stern-Parforceheide will das seit fast 20 Jahren leerstehende Kastellanhaus am Jagdschloss wieder mit Leben füllen. Man wolle Spenden für die Sanierung einwerben und das Gebäude für Veranstaltungen nutzen, sagte Ute Langner-Lapalus, Vizechefin des Fördervereins, am Freitag den PNN. Mit entsprechenden Vorschlägen wolle man sich an die Schlössertstiftung wenden.

Diese versucht seit vielen Jahren vergeblich, einen Investor für das Haus zu finden, das zu DDR-Zeiten eine beliebte Ausflugsgaststätte war. Strenge Denkmalauflagen machen eine gastronomische Nutzung schwierig. Langner-Lapalus erklärte, der Förderverein strebe eine solche selbst nicht an. „Dazu haben wir gar nicht die Kraft“, sagte sie.

Die steckt der Förderverein ohnehin zunächst in das Umfeld des Jagdschlosses. Am gestrigen Freitag wurde erstmals der nach historischem Vorbild wiederaufgebaute Lehmbackofen offiziell in Betrieb genommen. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) schob die ersten beiden Brotlaibe hinein. Jahrelang hatte der Förderverein um die Wiedererrichtung gerungen, aufwendige Planungen und archäologische Ausgrabungen hatten das Projekt verteuert. Umso dankbarer sei er nun allen Sponsoren, sagte Fördervereinschef Gerhard Kümmel. Unter anderem hätten die Landesinvestitionsbank ILB und die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) etwas zu dem Vorhaben beigesteuert. Die reinen Baukosten bezifferte Kümmel auf rund 27 000 Euro. Zunächst soll der Backofen drei- bis viermal pro Jahr betrieben werden, sagte der Vereinschef. Bis zu 24 Brote können in dem Ofen gleichzeitig gebacken werden. Die Laibe aus Roggenvollkorn sollen dann an die Besucher des Jagdschlosses, in dem der Verein an den Wochenenden Führungen veranstaltet, verteilt werden. Um die Unkosten zu decken, wird eine Spende verlangt: Minimum sind drei Euro, nach oben seien aber keine Grenzen gesetzt, sagte Langner-Lapalus.

Das eingenommene Geld kommt der Arbeit des Vereins zugute – und den nächsten Projekten. So soll noch in diesem Jahr ein historischer Schuppen neben dem Kastellanhaus erneuert werden, zumindest den Rohbau wolle man fertigbekommen, sagte Langner-Lapalus. Das Gebäude soll später als Lager und Kaffeeausschank dienen. 2013 strebt der Verein eine weitere Sanierung an: Der frühere Schafstall am Kastellanhaus soll instandgesetzt und zum Toilettenhäuschen umgebaut werden.

Heidrun Liepe, Chefin des Schlossmanagements bei der Stiftung, lobte das Engagement des Fördervereins. Der Wiederaufbau des Backofens sei eine „großartige Leistung“, bei der alle Beteiligten einen „langen Weg“ gegangen seien. Sie sei stolz, den Ofen nun für die Stiftung entgegennehmen zu können. Zugleich ließ sie durchblicken, dass sie sich einem Engagement des Vereins für das Kastellanhaus vorstellen könne: „Es wäre sehr schön, wenn auch das Kastellanhaus wieder aktiviert werden würde.“ Für den Betrieb des Backofens und des Jagdschlosses gibt es eine Kooperationsvereinbarung zwischen Stiftung und Förderverein.

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