Potsdam : Höchste Bürgerpriorität

Stadt und Schlösserstiftung verhandeln über Sportplätze am Babelsberger Park – wieder wurde Bau abgesagt

Strittig. Platz für einen Bolzplatz – am Rande des Weltkulturerbes.
Strittig. Platz für einen Bolzplatz – am Rande des Weltkulturerbes.Foto: M. Thomas

Babelsberg - Das Projekt stand ganz oben auf der Wunschliste des Potsdamer Bürgerhaushaltes, doch die Realisierung scheint nicht zu gelingen: Es geht um den Bau eines Rasenplatzes für den Sport am Park Babelsberg auf den Grünflächen zwischen der Nuthestraße und dem Park . Seit Jahren gibt es die Idee, die Flächen für den Freizeit- und Vereinssport nutzbar zu machen, in den letzten Monaten wurden die Planungen konkret. Demnach hatte die Sportverwaltung nach PNN-Information den Bedarf für den Bau des Platzes bei den Haushaltsverhandlungen angemeldet: Auf etwa 250 000 Euro werden die Kosten für einen Platz mit Bewässerungsanlage, Ballfangnetzen und einfacher Beleuchtung geschätzt.

Selbst die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten soll mit den Abstimmungen dazu einverstanden gewesen sein, erklärte Rainer Speer (SPD), Präsident des SV Babelsberg 03, zuletzt in einem Interview mit dieser Zeitung. Demnach „gibt es einen Vorschlag der Schlösserstiftung, zwei Trainingsplätze an der Havel direkt neben der Schnellstraße zu bauen. Dort steht auch ein Gärtnerhaus, das man als Sozialtrakt nutzen könnte“, sagte Speer. Der Vorschlag läge bei der Stadt. Stadtsprecher Stefan Schulz bestätigte dies auf Anfrage. „Allerdings ist dieser Vorschlag inzwischen leider von der Stiftung wieder zurückgezogen worden“, so Schulz. Bei der Stiftung nachgefragt erklärte Sprecher Ulrich Henze: „Ein derartiges Angebot ist seitens der Stiftung nicht gemacht worden.“ Die Variante sei immer mal im Gespräch. „Wir haben allerdings immer deutlich gemacht, dass es auf der sogenannten Vorfläche des Babelsberger Parks aus Stiftungssicht keine Trainingsplätze mit entsprechender Infrastruktur wie Umkleiden und Ballfangnetzen geben kann“, so Henze. Die Landeshauptstadt sei in der Pflicht, geeignete Grundstücke zu suchen.

Dabei schien sich die Stadt dennoch für den Standort entschieden zu haben. „Ein Vertreter der Verwaltung setzte uns darüber in Kenntnis, dass nunmehr erst einmal ein Platz angelegt werden soll“, erklärte Alexander Kallenbach. Er ist Vorsitzender des Sportvereins Concordia Nowawes 06 und hat sich in einem offenen Brief an alle Stadtverordneten gewandt. Darin äußert er sein Unverständnis darüber, dass der Bau des Platzes nach Monaten der Diskussion nun wieder abgesagt wurde und erneut geprüft werden soll. Dabei sei dies im Rahmen des Bürgerhaushaltes bereits passiert. „Es liegen sogar Kostenschätzungen für einen einfachen Platz und ein komplettes Trainingsgelände vor“, so Kallenbach. Er äußerte sein Unverständnis, warum die Stadt 250 000 Euro für das Flutlicht des SV Babelsberg 03 bereit stellt, dafür aber kein Geld für Investitionen in Sportplätze hat. Dabei sei bekannt, dass in Potsdam Fußballplätze fehlen, so Kallenbach. jab

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