• Herzensprojekt von Oberbürgermeister Schubert: Ideenwettbewerb für den Stadtkanal ab Frühjahr

Herzensprojekt von Oberbürgermeister Schubert : Ideenwettbewerb für den Stadtkanal ab Frühjahr

Internationale Architektur-Studierende sollen über die Wiedergewinnung der Wasserstraße in der Potsdamer Innenstadt nachdenken. Welche Teilstücke des Kanals geöffnet werden sollen, ist offen.

Potsdams Stadtkanal bei Sonnenschein.
Potsdams Stadtkanal bei Sonnenschein.Foto: Andreas Klaer

Potsdam -  Ein im Zuge der Coronakrise verschobener Ideenwettbewerb für die Gestaltung des Stadtkanals soll im Frühjahr starten. Das hat das Baudezernat jetzt auf drei Anfragen von Stadtverordneten der Linken, der CDU und vom Bürgerbündnis - Sascha Krämer, Clemens Viehrig und Wolfhard Kirsch - nahezu übereinstimmend geantwortet. Es geht um einen Teil der geplanten Fortführung des Kanals. Im Fokus soll der mögliche Abschnitt in der bislang von einem Parkplatz dominierten Straße Am Kanal stehen. Gedanken machen sollen sich laut Rathaus internationale Architektur-Studierende.  

Ursprünglich war ein solcher Wettbewerb schon früher geplant. Schließlich hatte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) bei seinem ersten Neujahrsempfang Anfang 2019 vom Stadtkanal als seinem Herzensprojekt gesprochen. Darauf nehmen auch die Anfragen Bezug, verbunden mit der Frage, ob das Thema und die Ankündigungen dazu noch aktuell seien. Die Bauverwaltung führt aus, der Wettbewerb habe 2021 aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht durchgeführt werden können. Nun wolle man – ähnlich wie beim Verfahren zur Gartenstadt Drewitz – „erste Ideen für eine zeitgemäße städtebauliche Lösung erarbeiten“.  

Potsdams Stadtkanal im Herbst.
Potsdams Stadtkanal im Herbst.Foto: Andreas Klaer

Inspiration aus Kiel

Schubert hatte während der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit 2019 in Kiel mit den Verantwortlichen über den sogenannten Kleinen Kiel Kanal durch die Innenstadt gesprochen. Das dortige Verfahren wurde als vorbildhaft sowohl bei der Bürgerbeteiligung, als auch bei der entstandenen Aufenthaltsqualität bewertet. Dieses sei nach wie vor „eine wichtige Anregung für den Prozess in Potsdam“, so die Bauverwaltung. Inwiefern das auf Potsdam übertragbar sei, werde das weitere Verfahren zeigen.  

In Potsdams Stadtkanal fließt kein Wasser.
In Potsdams Stadtkanal fließt kein Wasser.Foto: Andreas Klaer

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Auch welche anderen Teilstücke des in den späten 1960er-Jahren zugeschütteten Stadtkanals noch geöffnet werden sollen, bleibt in der Antwort offen. So werde „neben dem Teilstück zwischen Berliner Straße und Hauptpost“ der Abschnitt an der Plantage „im Zuge der weiteren Entscheidungen zum Standort Rechenzentrum und Garnisonkirchturm an Bedeutung gewinnen“, so das Rathaus. 

Dabei ist wie berichtet ungewiss, wie der von Schubert favorisierte Teilerhalt für das Rechenzentrum mit einem Stadtkanal daneben zusammenpassen kann – und wie dann der Autoverkehr daneben geführt werden könnte. Offen ist ebenfalls die Frage nach der millionenschweren Finanzierung des Großvorhabens. Befürworter verweisen auf den Nutzen eines solchen Kanals, gerade mit Blick auf den Klimawandel und dessen Folgen.

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