• Großer Name für Babelsberg: Potsdam bekommt zwei neue Hotels

Großer Name für Babelsberg : Potsdam bekommt zwei neue Hotels

Am Filmpark drehen sich die Kräne. An Schule und Parkhaus wird gebaut – und bald auch für ein Hotel der Hilton-Kette. Doch das ist noch nicht alles.

So leer wird das Areal vor dem Filmpark künftig nicht mehr aussehen.
So leer wird das Areal vor dem Filmpark künftig nicht mehr aussehen.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - In der Medienstadt wird es schon bald die nächste Großbaustelle geben. Auf dem Areal zwischen Großbeerenstraße, Ahornstraße und Wetzlarer Straße gegenüber der Metropolishalle sollen insgesamt 400 Appartements und ein Hotel mit 163 Zimmern entstehen. Ab Oktober soll der Bau beginnen, wie Jan Kretzschmar vom Investor KW Development den PNN am Montag sagte. „Die Baugenehmigung liegt vor.“ KW Development werde die Immobilie auch im Bestand behalten und betreiben. Er rechne mit einer Investitionssumme von rund 50 Millionen Euro.

Der Neubau wird auch einen international bekannten Namen nach Potsdam bringen. Denn das Hotel wird unter der Marke Hampton by Hilton vermarktet. Hilton ist mit mehr als 6800 Hotels und mehr als einer Million Zimmern in 122 Ländern eine der größten Hotelketten weltweit. Am Montag hat der Konzern Pläne für die Eröffnung von sechs Hotels seiner Marken in Deutschland, Italien, Großbritannien und Polen bekannt gegeben – darunter auch das Hampton by Hilton Potsdam. „Das Hotel wird voraussichtlich im Juni 2024 eröffnet und bietet Annehmlichkeiten wie einen Frühstücksbereich, eine Bar, einen Tagungsraum und einen Fitnessraum“, hieß es.

Am Filmpark soll ein Hotel der Marke Hampton by Hilton entstehen. Schon im Juni 2024 soll es eröffnen. 
Am Filmpark soll ein Hotel der Marke Hampton by Hilton entstehen. Schon im Juni 2024 soll es eröffnen. Visualisierung: Hilton/promo 

Hotel wird das optische Aushängeschild des Projekts

Die Hampton-Marke zählt für Hilton-Verhältnisse nicht zum Luxus-Segment, sondern zur gehobenen Mittelklasse und richtet sich an Geschäfts- und Urlaubsreisende, die auch mal etwas mehr bezahlen können. „Die Marke bedient qualitäts- und wertbewusste Reisende“, formuliert es Hilton selbst. In Berlin, wo unter der Marke derzeit drei Hotels betrieben werden, werden Doppelzimmer derzeit für Preise zwischen 99 und 109 Euro pro Nacht angeboten. „Im Rahmen einer Franchise-Vereinbarung mit dem etablierten Partner und Betreiber Signo Hospitality wird das Hampton by Hilton Potsdam das erste Hilton-Hotel in Potsdam sein“, teilte Hilton mit.

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Das Hotel wird wohl das optische Aushängeschild des Bauprojekts werden. Der Haupteingang soll sich hinter einer Grünfläche an der Großbeerenstraße befinden. Doch der größere Teil des Bauvorhabens besteht aus Appartements. 150 sollen als Boardinghaus durch das Hotel mit betrieben werden, so Kretzschmar. Dieses Angebot richte sich an Gäste, die in der Regel aus beruflichen Gründen, zwischen sechs Wochen und drei Monaten bleiben – beispielsweise Gastwissenschaftler der nahen Hochschulen.

250 Appartements für Studenten

Weitere 250 Appartements will Kretzschmar für Studenten errichten. Auch dabei sind die nahegelegenen Hochschulen ausschlaggebend. Wie berichtet hatte KW Development schon 2018 in der Marlene-Dietrich-Allee im sogenannten Campus am Filmpark 235 Studentenappartements fertiggestellt. „Danach gibt es weiterhin große Nachfrage“, sagte Kretzschmar.

Jan Kretzschmar von der KW Development.
Jan Kretzschmar von der KW Development.Foto: Andreas Klaer

Der Hotel- und Appartementkomplex ist allerdings nicht die einzige Baustelle in der Medienstadt. Wie berichtet wird schräg gegenüber dem künftigen Hotel in der Emil-Jannings-Straße Potsdams erster Schulbau in öffentlich-privater Partnerschaft errichtet. Mitte April wurde der Grundstein gelegt. Im Spätsommer 2023 soll der vierstöckige Bau fertig sein. 504 Kinder sollen einst in der dreizügigen Grundschule auf etwa 2200 Quadratmeter pädagogischer Nutzfläche lernen. Dazu gibt es einen kommunal geführten Hort mit 350 Hortplätzen.

Wann startet der Bau des Themenhotels?

Vor dem Haupteingang zum Filmpark wird ebenfalls schon am künftigen Parkhaus gearbeitet. Das ist Voraussetzung um den Rest des Areals, der bisher überwiegend als Parkplatz genutzt wird, zu entwickeln. Laut Entwurf zum Bebauungsplan sind überwiegend Wohnungen vorgesehen. Ein Fitnessstudio könnte auch unterkommen, wie Filmparkchef Friedhelm Schatz am Montag den PNN sagte. Die Bauarbeiten dort würden aber frühesten Ende 2023 beginnen.

Bis dahin könnte auch der Bau des ohnehin geplanten Themenhotels direkt neben der Metropolishalle losgehen. Schatz geht von von 250 bis 300 Zimmern aus. Es soll zu einem Hotel- und Kongresszentrum gehören, das um den Vulkan, in dem die Stuntshow stattfindet, und die Metropolishalle herumgebaut wird. Damit soll auch die für Großveranstaltungen gedachte Halle künftig besser ausgelastet werden. „Das Hilton ergänzt das wunderbar“, so Schatz. Das stärke auch den Gewerbestandort.

Wie Schatz und Kretzschmar sagten, habe es mit den anderen Akteuren am Standort zuletzt gute Gespräche über den geplanten Gewerbekomplex an der Kreuzung von Großbeerenstraße und August-Bebel-Straße gegeben. Wie berichtet will Kretzschmar dort für 300 Millionen Euro einen Bürokomplex mit bis zu 94.000 Quadratmetern Geschossfläche und 5000 Arbeitsplätzen nach einem Entwurf von Stararchitekt Daniel Libeskind errichten. Dafür sollen im Sommer in einem Werkstattverfahren unter Beteiligung der Anwohner mehrere Varianten untersucht werden. Unter anderem eine Bürgerinitiative kritisiert die Pläne, die auch ein bis zu 66 Meter hohes Hochhaus einschließen.

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