Potsdam : Große Pläne für die Insel Nedlitz

Investor hat 4,7 Hektar erworben und plant Bebauung für 30 Millionen Euro / Bürger wollen Uferweg

Winfried Gutzeit

Neu Fahrland - Für die Insel Nedlitz gibt es jetzt neue Hoffnung. Wie die PNN berichteten, hatte sich im Oktober vorigen Jahres mit der Robex Deutschland GmbH ein holländisches Unternehmen gefunden, das die alten Planungen zur Bebauung wieder aufnehmen und weiterentwickeln will. Inzwischen hat der Investor 4,7 Hektar der Insel erworben und will dort 30 Millionen Euro investieren.

Auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats stellten die Berliner Architekten Susanne Quick und Henner Rolvien nun den veränderten B-Plan „Ortszentrum Insel” vor, der den westlichen Teil der Insel (ohne das Gelände des Abfall-Entsorgers MEAB) und Teile des östlichen Uferbereichs umfasst. Demnach sollen sämtliche alten Hallen der früheren Landtechnik abgerissen werden und entlang der Tschudistraße ein Riegelbau entstehen. Dieser soll die dahinter liegende Wohnbebauung gegen den Verkehrslärm der Bundesstraße abschirmen. Im Zentrum dieses Baukomplexes soll ein Mehrzweckgebäude mit gewerblichen Flächen und Räumen für das gemeindliche Leben entstehen. Südlich davor (direkt gegenüber den Gebäuden der ehemaligen Berufsschule) könnten die Planer sich einen Gebäudekomplex mit 3000 Quadratmetern Nutzfläche für die MEAB vorstellen, so Henner Rolvien. Das derzeitige Domizil des Entsorgungsunternehmens trage ohnehin eher provisorischen Charakter. Im nördlichen Teil soll er in zwei Gebäuden auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern einziehen. Ebenso sei hinter dem Gebäude eine Reihe von Parkplätzen vorgesehen. Statt der zuvor geplanten Ein- und Zweifamilienhäuser ist jetzt eine lockere Wohnbebauung mit 29 Einfamilienhäusern mit südwestlicher Ausrichtung vorgesehen.

Auch über die Einbeziehung von Parkrestaurant und Römerschanze will die Robex GmbH nachdenken, stellte Rolvien in Aussicht. Dort hatte die Holsten-Anlagen GmbH aus Kaltenkirchen (Schleswig-Holstein) von Sommer 2001 bis Frühjahr 2003 vergeblich ihr Projekt „Wohnen am Lehnitzsee" verfolgt. Zeitgleich verschwand der bereits 1992 aufgelegte B-Plan „Ortszentrum Insel” wegen fehlender Investoren in der Schublade.

Das Brückenhaus, ein Persiusbau, in dem sich zuvor die Amtsverwaltung Fahrland befunden hat, soll nach historischen Aufnahmen originalgetreu wieder hergerichtet werden. Ein Wermutstropfen und Kritikpunkt zugleich war dann für viele Anwesende die Bebauung auf dem Areal rechts vor und unterhalb der Nordbrücke, heute ein beliebter Treffpunkt für Potsdamer Angler. Hier sollen ein Pendant-Bau zum Brückenhaus und in Ufernähe drei Wohnblöcke entstehen. Doch eigentlich sei hier längst ein Bürgerpark geplant. „Das muss noch ausführlich diskutiert werden”, sagte Ortsbürgermeister Hartmut Reiter. Ebenso wollen sich die Neu Fahrländer für einen durchgehenden Uferweg auf der Insel Nedlitz einsetzen. Sicher scheinen momentan die Planungen zur Südbrücke der Insel Nedlitz zu sein. Die knapp 100 Jahre alte Stahlkonstruktion wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und 1952 als „Friedensbrücke” wieder aufgebaut. Wegen des Ausbaus des Sacrow-Paretzer Kanals soll jedoch daneben eine neue Brücke entstehen, die entsprechend höher angelegt wird. Dazu wird die Straßenführung verschwenkt und über den alten Parkplatz gegenüber vom Parkrestaurant führen.