• Gleisbau zwischen Potsdam und Berlin: Bahn kündigt wochenlange Ausfälle und Einschränkungen an

Gleisbau zwischen Potsdam und Berlin : Bahn kündigt wochenlange Ausfälle und Einschränkungen an

Im August 2018 soll mit dem Ausbau der S-Bahn nach Babelsberg begonnen werden. Der Bahnverkehr soll dann reibungsloser Ablaufen. Vorher stehen Pendlern aber harte Wochen bevor.

Künftig länger. Derzeit wird die S-Bahn-Strecke direkt hinter dem Bahnsteig am Hauptbahnhof eingleisig, nur ein Abstellgleis zweigt nach links ab. Die Bahn will jedoch im August 2018 den mehrere Millionen Euro teuren zweigleisigen Ausbau der Strecke starten. F.: Andreas Klaer
Künftig länger. Derzeit wird die S-Bahn-Strecke direkt hinter dem Bahnsteig am Hauptbahnhof eingleisig, nur ein Abstellgleis...

Potsdamer Pendler brauchen im kommenden Jahr wieder starke Nerven: Im März wird es durch Bauarbeiten zwei Wochen lang keine direkten Regionalzüge nach Berlin geben. Ab August will die Bahn zudem mit dem Bau des zweiten S-Bahn- Gleises zwischen Potsdam Hauptbahnhof und Babelsberg beginnen. Im ersten Halbjahr 2019 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein – rechtzeitig vor dem Beginn der Erneuerung der Hochbrücke der Nutheschnellstraße, die Autofahrer vor Herausforderungen stellen wird. Die PNN geben einen Überblick.

Sperrung Wannsee-Potsdam

Vom 2. bis 13. März werden Gleise und Weichen zwischen Berlin-Wannsee, Griebnitzsee und Rehbrücke getauscht. Der RE 7 entfällt in dieser Zeit zwischen Michendorf, Potsdam-Rehbrücke und Wannsee ebenso wie die Regionalbahn 33 komplett und wird durch Busse ersetzt. Der RE 1 wird laut Christian Morgenroth von DB Netze über Golm und Spandau nach Berlin geleitet. Wie bisher bei Sperrungen der Hauptstrecke nach Berlin soll ein stündlicher Zug schon von Werder (Havel) aus nach Golm abbiegen und so gar nicht an den Potsdamer Hauptbahnhof fahren, ein zweiter stündlicher Zug wird vom Potsdamer Hauptbahnhof über Golm und Spandau fahren. Das Konzept zu Ersatzbussen wird derzeit noch erarbeitet. Die Fahrzeit für den RE 1 verlängerte sich bisher bei solchen Umleitungen um etwa zehn Minuten, wobei am Bahnhof Spandau ohne Halt durchgefahren wurde. Auch die wenigen Fernzüge, die Potsdam derzeit anfahren, werden über Spandau und Werder (Havel) umgeleitet.

Nach den zwei Wochen Streckenvollsperrung bleibt der Abschnitt Medienstadt Babelsberg – Rehbrücke noch weitere zwei Wochen bis zum 26. März gesperrt. Der von Dessau kommende RE 7 wird ab Beelitz-Heilstätten über Potsdam Hauptbahnhof nach Wannsee geleitet. Die Regionalbahnen der Linie23 Potsdam – Michendorf entfallen, die Linie 33 endet von Beelitz kommend in Michendorf. Zwischen Potsdam, Michendorf und Schwielowsee sollen Ersatzbusse fahren.

Zweites S-Bahn-Gleis

Zunächst wird es vom 3. bis 4. Dezember noch einmal Schienenersatzverkehr bei der S-Bahn zwischen Wannsee und Griebnitzsee sowie zwischen Babelsberg und dem Hauptbahnhof geben, bei denen Gleise und Weichen erneuert werden. Die Arbeiten für das 700 Meter lange zweite Gleis der S-Bahn zwischen Babelsberg und dem Hauptbahnhof sollen im August kommenden Jahres beginnen und im ersten Halbjahr 2019 abgeschlossen sein, wie Bahnsprecher Gisbert Gahler am gestrigen Donnerstag den PNN bestätigte. Die Fahrgäste werden von den Arbeiten wenig beeinflusst: Vom 4. bis zum 6. August sowie vom 31. August bis zum 3. September sollen keine S-Bahnen fahren. Zudem werde es 2019 kurz vor der Inbetriebnahme des neuen Gleises eine einwöchige Sperrung geben. Das Gleis ist notwendig, damit Züge in Richtung Berlin trotz Verspätungen von entgegenkommenden Bahnen pünktlich am Potsdamer Hauptbahnhof abfahren können. Laut Steffen Streu, Sprecher des Brandenburger Infrastrukturministeriums, wird sich auch die Fahrzeit der S-Bahnen um drei Minuten verkürzen, da die Züge am Bahnhof Babelsberg nicht mehr planmäßig auf den Gegenzug warten müssen.

Die Arbeiten für das kurze Gleis werden so lange dauern, da der Baugrund feucht und möglicherweise mit Munition oder Industrielasten kontaminiert ist. Die Baukosten sind Gahler zufolge wegen dieser Unwägbarkeiten noch nicht genau zu kalkulieren. Die Bahn plant intern mit etwa 11,5 Millionen Euro. Darin enthalten sind auch die nötige Verlegung eines Abstellgleises und das aufstellen neuer Signale. Das zweite S-Bahngleis wird wie berichtet nicht ganz bis zum Bahnhof Babelsberg reichen, sondern etwa unter der Schnellstraßenbrücke enden.

Brücke über die Gleise

Die Hochbrücke der Schnellstraße über die S- und Regionalbahngleise muss wie berichtet ebenfalls erneuert werden. Wie Frank Schmidt, Chefplaner des Landesstraßenbetriebes, den PNN mitteilte, sollen die Arbeiten dazu Ende 2019 beginnen und wahrscheinlich bis 2022 andauern. Die Schnellstraße verläuft in diesem Bereich auf zwei Brücken, einer pro Fahrtrichtung. Während der Arbeiten wird jeweils eine Brücke erneuert, sodass Autos auf der verbleibenden Brücke in beide Richtungen fahren können, es aber weniger Fahrspuren gibt. „Anfang 2019 werden wir die entsprechenden Arbeiten ausschreiben“, so Schmidt. Da der Auftrag groß sei, rechne er damit, dass mehrere Firmen Interesse haben werden. Aufgrund der boomenden Baubranche hatte es zuletzt Probleme mit Ausschreibungen gegeben. Einen Kostenrahmen für die Arbeiten wollte Schmidt noch nicht nennen, das hänge von den Ergebnissen der Ausschreibungen ab. Entgegen erster Befürchtungen werden sich die Arbeiten kaum auf den Zugverkehr auswirken. „Nur für den Brückenabriss wird der Zugverkehr unterbrochen werden müssen, der Neubau wird durch Gerüste abgesichert“, so Schmidt. Er geht davon aus, dass es erst im Jahr 2020 Einschränkungen geben wird. Die würden sich aber auf Sperrungen an Wochenenden und in einigen Nächten beschränken. Genaue Daten stehen noch nicht fest.

Ausfälle und Einschränkungen

Vom 2. bis 13. März werden Gleise und Weichen zwischen Berlin Wannsee, Griebnitzsee und Rehbrücke getauscht. Der RE 7 entfällt in dieser Zeit zwischen Michendorf, Potsdam-Rehbrücke und Wannsee ebenso wie die Regionalbahn 23 komplett. Die Linie wird dann durch Busse ersetzt. Der RE 1 wird laut Christian Morgenroth von DB Netze über Golm und Spandau nach Berlin geleitet.

Wie bisher bei Sperrungen der Hauptstrecke nach Berlin soll ein stündlicher Zug schon von Werder (Havel) aus nach Golm abbiegen und so gar nicht an den Potsdamer Hauotbahnhof fahren, ein zweiter stündlicher Zug wird vom Potsdamer Hauptbahnhof über Golm und Spandau fahren. Das Konzept zu Ersatzbussen wird derzeit noch erarbeitet. Die Fahrzeit für den RE 1 verlängerte sich bisher bei solchen Umleitungen um etwa zehn Minuten, wobei am Bahnhof Spandau ohne Halt durchgefahren wurde. Auch die wenigen Fernzüge, die Potsdam derzeit anfahren, werden über Spandau und Werder (Havel) umgeleitet.


Nach den zwei Wochen Streckenvollsperrung bleibt der Abschnitt Medienstadt Babelsberg – Rehbrücke noch weitere zwei Wochen bis zum 26. März gesperrt. Der von Dessau kommende RE 7 wird ab Beelitz-Heilstätten über Potsdam Hauptbahnhof nach Wannsee geleitet. Die Regionalbahnen der Linie 23 Potsdam –Michendorf entfallen in dieser Zeit komplett, die Linie 33 endet von Beelitz kommend in Michendorf.

Unterbrechung der Regionalbahn

Wer am Wochenende und in der kommenden Woche zwischen Potsdam und Berlin mit der Regionalbahn unterwegs ist, muss sich auf Einschränkungen einstellen. Wegen Gleisbauarbeiten auf der Stadtbahnstrecke zwischen den Bahnhöfen Zoologischer Garten und Friedrichstraße verkehren die Züge des RE1, des RE7 sowie der RB21 nur verkürzt, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Zwischen der Nacht zu Samstag, 2 Uhr, und Dienstag, etwa 14 Uhr, fallen die Züge zwischen Berlin-Charlottenburg und Berlin-Friedrichstraße aus. Als Ersatz kann die S-Bahn genutzt werden. Die Reisezeit verlängere sich entsprechend. Auch in den Tagen danach lohnt ein Blick in die Fahrplanauskunft der Bahn: Denn noch bis Freitag, dem 3. November, werden einzelne Züge in den Nachtstunden zwischen Berlin-Wannsee und Erkner über Berlin-Gesundbrunnen und Berlin-Lichtenberg umgeleitet. Die planmäßigen Zwischenhalte entfallen. Als Ersatz soll die S-Bahnlinie 7 genutzt werden.


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Kommentar: Die Einschränkungen für Pendler sind ärgerlich - doch sie sind ein Signal dafür, wie dringend die wichtigste Bahnverbindung des Landes erweitert werden muss, meint PNN-Autor Enrico Bellin in seinem Kommentar.